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Kommentar Deutschland muss jetzt in den Arbeitsmarkt von morgen investieren

Der Strukturwandel stellt den Arbeitsmarkt vor große Hürden. Jeder Einzelne muss nun bereit sein, im Berufsleben noch einmal von vorn anzufangen.
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Der Staat, die Unternehmen und jeder Einzelne müssen massive Investitionen in die Beschäftigungsfähigkeit der Menschen leisten. Quelle: dpa
Auszubildener

Der Staat, die Unternehmen und jeder Einzelne müssen massive Investitionen in die Beschäftigungsfähigkeit der Menschen leisten.

(Foto: dpa)

Es wäre ja auch zu schön gewesen: Handelskrieger wie Donald Trump versuchen, die deutsche Konjunktur sturmreif zu schießen, die Industrie verliert Aufträge, der Export schwächelt. Nur der Arbeitsmarkt steht wie eine feste Burg und stützt die Binnenkonjunktur. Die ernüchternden Daten, die die Bundesagentur für Arbeit jetzt schon den zweiten Monat in Folge präsentiert hat, zeigen jedoch, dass der Schutzwall nicht so robust ist wie erhofft.

Erstmals seit dem Rezessionsjahr 2009 muss sich Deutschland wieder auf deutlich steigende Arbeitslosenzahlen einstellen. Das Paradoxe dabei: Gleichzeitig wird die Beschäftigung weiter wachsen und der Fachkräftemangel noch zunehmen.

Diese seltsame Gleichzeitigkeit rührt daher, dass Haupttreiber für die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nicht die Konjunktur ist, sondern der Strukturwandel. Autohersteller, die sich – wenn auch spät – ins Elektrozeitalter aufmachen, brauchen am Band weniger Monteure von Verbrennungsmotoren. In Banken und Versicherungen schlägt die Digitalisierung bereits voll zu. Sie liefern einen Vorgeschmack auf das, was anderen Branchen erst noch bevorsteht.

Auf der anderen Seite herrscht weiter Personalmangel – in der Pflege, in den Kitas, in vielen Handwerks- und IT-Berufen. Nun wird nicht aus jedem Bankkaufmann gleich ein IT-Spezialist. Doch wäre es fatal, die Opfer des Strukturwandels allein zu lassen. Ein wachsendes Heer von Arbeitslosen bei gleichzeitigem „Import“ von Facharbeitskraft aus dem Ausland würde den sozialen Unfrieden im Land weiter steigern.

Nötig sind massive Investitionen in die Beschäftigungsfähigkeit der Menschen. Leisten müssen sie die Unternehmen, die Trends oft zu spät erkannt haben und vorausschauende Personalplanung vermissen ließen. Der Staat, weil die Dimension des Wandels alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Und jeder Einzelne, der die Bereitschaft mitbringen muss, auch nach langem Berufsleben noch einmal von vorn anzufangen.

Mehr: Deutsche Bank, BASF, Ford – Unternehmen bauen in Deutschland Tausende Stellen ab. Im Interview appelliert Daniel Terzenbach, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, an Beschäftigte, für Veränderungen offen zu sein.

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