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Kommentar Deutschland sollte nicht mehr als 1500 Menschen aus Moria aufnehmen

400 Familien aus dem Flüchtlingslager auf Lesbos sollen in die Bundesrepublik kommen. Zu wenig, wie etwa die Grünen kritisieren? Nein, Deutschland würde ein verheerendes Signal senden.
15.09.2020 - 15:47 Uhr 5 Kommentare
400 Familien will Deutschland von der griechischen Insel aufnehmen. Quelle: Reuters
Flüchtlinge auf Moria

400 Familien will Deutschland von der griechischen Insel aufnehmen.

(Foto: Reuters)

Die innenpolitische Diskussion um die Menschen aus Moria hatte zuletzt etwas von einer Auktion: 2000, nein, 5000 Bewohner des abgebrannten Flüchtlingslagers sollte Deutschland gefälligst aufnehmen, forderten Bundes- wie Kommunalpolitiker, oder warum nicht gleich alle 13.000. Wer bietet mehr?

Angela Merkel und Horst Seehofer haben sich nun auf eine Größenordnung geeinigt: Rund 400 Familien wollen sie nun in die Bundesrepublik holen, die die griechischen Behörden bereits als schutzbedürftig anerkannt haben. Das ergibt etwa 1500 Erwachsene und Kinder. Zu wenig, wie etwa die Grünen nun kritisieren? Nein, mehr sollte Deutschland in der jetzigen Lage nicht aufnehmen.

Kanzlerin und Innenminister wandeln auf einem schmalen Grat. Auf der einen Seite können sie nicht einfach die Augen verschließen vor dem Elend der Menschen, die durch das Feuer in Moria obdachlos geworden sind. Das würden ihnen auch viele von den TV-Bildern mitgenommene Bürger übel nehmen und den gerade in NRW erstarkten Grünen politische Angriffsfläche bieten.

Falsche Signale vermeiden

Auf der anderen Seite müssen Merkel und Seehofer höllisch aufpassen, nicht die falschen Signale zu senden. Wenn wir eine Lektion aus der Flüchtlingskrise 2015 gelernt haben sollten, dann diese: wie groß Symbolkraft und Sogwirkung vermeintlich kleiner Entscheidungen sein können. Erinnert sei an BAMF-Tweets und Kanzlerinnen-Selfies. Und Deutschland ist bis heute das gelobte Land für viele Flüchtlinge und Migranten.

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    Wenn ein brennendes Lager das Ticket nach Berlin oder München bedeutete, würden bald weitere angezündet. Man muss keine Vorbehalte gegen Asylsuchende haben, um das vorherzusagen. Wer seit vielen Monaten oder sogar Jahren in einem elenden Camp festsitzt, hat nicht viel zu verlieren. Auch könnte mancher Einwohner auf Samos oder Kos der Idee verfallen, sich der verhassten Lager per Benzinkanister und Zündholz zu entledigen.

    Einfach Asylsuchende aus den Lagern in Griechenland oder anderswo aufzunehmen ergibt noch keine verantwortliche Regierungspolitik. Weniger symbolträchtig, aber wichtiger ist der zweite Strang, an dem Merkel mit EU-Kommission und dem griechischen Premier Mitsotakis arbeitet: ein funktionierendes EU-Asylzentrum auf Lesbos aufzubauen.

    Wie die griechischen Behörden und EU-Beamte in dem neuen Lager genau zusammenarbeiten sollen, ist noch unklar. Aber Athen scheint bereit, ein Stück nationaler Hoheit zu opfern, um der Lage Herr zu werden. Damit könnte Moria eines Tages nicht mehr nur für Elend und Schande stehen, sondern für den Einstieg in eine wirklich europäische Asylpolitik.

    Mehr: Siemens und Volkswagen spenden für das Lager Moria.

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    5 Kommentare zu "Kommentar: Deutschland sollte nicht mehr als 1500 Menschen aus Moria aufnehmen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Dem Autor des Artikels und zwei der Kommentatoren sei der Artikel in der HB Printausgabe v. heute (16.09.) empfohlen: "Unternehmer appellieren an die Politik".

      Mal einfach so die Genfer Flüchtlingskonvention aufzukündigen, ist mitnichten eine Lösung. Dies an die Adresse der Letztgenannten.

    • Teil I 
Die EU in ihrer Gesamtheit sollte neue Wege gehen. Ein neuer Staat, eigens für Flüchtlinge, wäre eine Option. Es gibt in Afrika, z.B. in Mauretanien, eine Dornensteppe - diese ist fast menschenleer, aber es gibt dort fossiles Wasser, das nur angebohrt werden müsste. Dort könnte man ein Gebiet von der Größe des Saarlandes pachten und Flüchtlinge unterbringen, bis zur Rückkehr in ihr Geburtsland. Hier also das Konzept: Brüssel sollte die Regentschaft darüber haben und alle EU-Staaten beteiligen sich am Aufbau! Juristen setzen eine neue Verfassung für diesen Staat auf. Durch eine Arbeitspflicht (!) müssen die Geflüchteten zu ihrem Lebensunterhalt beitragen, die 
Sozialhilfe entfällt nämlich  nach einiger Zeit. Wichtig: Kindergeld wird nicht bezahlt. In erster Linie sollte jedoch Schule, Bildung und Ausbildung im Fokus stehen, zur Vorbereitung der Rückkehr. Wie das finanziert werden soll? Es gibt ein Beispiel dafür: Im Rahmen der DDR-Übernahme kamen die heiß ersehnten DM für die DDR-Bürger mittels Geldschöpfung von der alten BRD-Bundesbank. Die EZB könnte das notwendige Investitionskapital für den neuen Staat schaffen, alle EU-Länder bekommen dann Aufträge zum Aufbau des neuen Staates. Alle EU-Länder verdienen daran proportional. Die Versorgung im neuen Staat erfolgt voll und ganz durch erneuerbare Energien: So könnten die grünen Gutmenschen und globalistisch verblendeten Linken dem Projekt auch zustimmen. Der Staat wird für ca. 200 Jahre gepachtet und dann z.B. an Mauretanien zurückgegeben - wie dereinst z.B. Hong Kong gepachtet wurde und dann an China zurückgegeben wurde, am Ende der Vertrags-Laufzeit. Es müssen neue Wege gefunden werden, ohne dabei die tatsächlich Verfolgten im Stich zu lassen. Wirtschaftsmigranten müssen andererseits massiv ausgebremst werden; sie sollten  in ihren Herkunftsländern investieren und nicht in teure und lebensgefährliche Schleusungen, wovon die internationale Schleppermafia mit Milliarden profitiert.

    • Tei II
Interessant ist doch, dass die Schleuser-Milliarden erbeutet werden durch Sozialhilfe, Banden-Kriminalität, Drogenhandel etc.. Aber auch, bei, geschätzt, einem Viertel, durch seriöse Arbeit im Niedriglohnsektor. Migration kostet die Europäer Milliarden, die die Sozial-Systeme hoch belasten. Diese Geld-Summen, die ohnehin schmerzlich anfallen, könnte man auch in einem neuen Staat investieren und hätte all die Probleme mit Kulturfremden nicht. Die Teil-Finanzierung durch die EZB (siehe Teil I) plus die eingesparten Milliarden bei Bund, Ländern und Gemeinden sollte man zusammendenken in einer Summe. Nicht vergessen sollte man die bereits sichtbaren Gewalt-Probleme, die vorliegen, bei einer allseits bekannten Religion, die schon vom Gründungs-Dekret her als Eroberungs-, Raub-, und Beutesystem konstruiert wurde mit legalem Sklavenhandel. Diesen intellektuell erbärmlichen Kultur-Aufeinaderprall spart man sich mit einem neuen Staat. Selbst die Auseinandersetzung zwischen den harten Wissenschaften und dieser Religion ist nicht seitens der Wissenschaft zu gewinnen, das kann man in vielen Staats-Religion-Ländern eindeutig sehen. Die denkstrukturelle Blockadehaltung ist übermächtig. Schaffen wir uns die Probleme mit einem neuen Staat vom Hals.

    • Hereeeeeeeeeinspaziert.
      Leeren wir Moria, lassen alle aus Moria rein.
      Wenn Moria dann geleert ist, wird die Sog-Wirkung weiter entfacht.
      Doch Moria ist viel zu umständlich.
      Die SPD-Spitze ("wir wollen eine hohe vierstellige Zahl aus Moria") sollte sich keine Blöße geben und Übersiedlungsstellen direkt in den Slums von Afrika und Südwest-Asien, Indien, Pakistan, Afghanistan, einrichten, bei bestehenden Wohlstandsgefällen sind immer Anreize zum Ausreisen, Verzeihung flüchten, vorhanden.
      Wäre doch gelacht, wenn es der SPD nicht gelänge, mehr Fremde als Einheimische in Deutschland anzusiedeln, ganz nach dem Motto, das Sarrazin einen Ausschluss aus der SPD eingetragen hat:
      Deutschland schafft sich selbst ab.
      Betrachtet man die jüngsten Wahlergebnisse aus der "Herzkammer" der SPD, ist sie derzeit damit beschäftigt, sich selbst abzuschaffen. Dem Stimmvieh ist nach Jahrzehnten aufgegangen, wohin es mit dieser SPD geht.
      Eine späte, hoffentlich nicht zu späte Einsicht.

    • Tatsächlich ist das Thema ‚Flüchtlinge‘ ja so aufgeheizt, dass jede Position sofort massive Gegner hervorbringt. Der Kommentar ist aus meiner Sicht richtig, da wir zwar ganz einfach diese jetzt Betroffenen alle aufnehmen könnten, damit aber sofort und zwangsläufig unkontrollierbare Ströme in der Zukunft erzeugen würden. Und tatsächlich alle Menschen auf der Welt, die ihrem Elend entfliehen wollen oder müssen, können wir gerade nicht aufnehmen. Wir sollten kurzfristig zwei Dinge tun: Erstens, am Wiederaufbau des Flüchtlinglagers mithelfen. Zweitens, den Menschen anbieten sie in ihre Heimal zurückzubringen. Längerfristig sollten wir akzeptieren und respektieren, dass es keinen ‚Verteilungsschlüssel‘ oder ‚Mechanismus‘ in der EU geben wird, da es in Europa souveräne Staaten gibt, die aus guten oder schlechten Gründen keine Flüchtlinge aufnehmen wollen. Und wir müssen das ganz große ‚Asylrecht‘-‚Umgang mit Nicht EU Bürgern’-Rad drehen und zu einer Asylpolitik kommen, die es erlaubt Menschen aus Seenot oder ausgebrannten Lagern zu retten, kurzfristig aufzunehmen und dann tatsächlich und erfolgreich zurückzuführen.

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