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Kommentar Deutschland sollte sich über das wachsende BIP freuen – aber nicht nur

Die Wirtschaft wächst wieder. Diese positive Überraschung ist erst einmal ein Grund zur Freude. Doch noch immer fehlt ein großes Investitionsprogramm.
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Das deutsche BIP ist zuletzt etwas gewachsen. Doch die Reaktionen der Ökonomen fallen verhalten aus. Quelle: imago/Ikon Images
Ungewisse Märkte

Das deutsche BIP ist zuletzt etwas gewachsen. Doch die Reaktionen der Ökonomen fallen verhalten aus.

(Foto: imago/Ikon Images)

Die Kommentare hiesiger Ökonomen tragen am Donnerstag eine Überschrift: Bloß keine Freude aufkommen lassen! Auch wenn die Wirtschaft im Sommer wieder gewachsen ist. Ein Quartalsplus von 0,1 Prozent ist tatsächlich nicht üppig.

Jedoch: Bis vor wenigen Tagen haben dieselben Ökonomen, die nun vor Gefühlen wie Erleichterung und Euphorie warnen, für das dritte Quartal ein Schrumpfen der Wirtschaft bis zu 0,3 Prozent und damit ein Abgleiten der Konjunktur in die Rezession vorausgesagt.

Dass es allen Handelskonflikten zum Trotz dazu nicht gekommen ist, sollte erst einmal Anlass zur Freude sein. Deutschland wird nicht zwangsläufig am Ende seines langen Booms zum Wachstumsschlusslicht Europas, wie es Anfang des Jahrhunderts der Fall war.

Die positive Überraschung sollte für Zuversicht sorgen. Denn die Quartalszahl der amtlichen Statistiker ist nicht der einzige Lichtblick. Erste Frühindikatoren wie das Ifo-Geschäftsklima fielen zuletzt ebenfalls freundlicher aus.

Selbst in der Automobilwirtschaft, die von Zolldrohungen, sinkendem Wachstum in China, Dieselskandal und Strukturwandel zur E-Mobilität geplagt ist, sehen nicht mehr alle Unternehmen ihre Zukunft düster.

Und wenn man sich klarmacht, dass seit Anfang 2017 ausgehend von US-Präsident Donald Trump immer neue Wellen von Unsicherheit die Exportwirtschaft treffen, kann man nur sagen: Sie ist erstaunlich widerstandsfähig.

Zur Wirtschaftspanik besteht daher kein Anlass, ebenfalls nicht zu kurzfristig wirkenden Konjunkturprogrammen. Was aber überfällig bleibt, ist ein großes Investitionsprogramm für alle Infrastrukturen. Wo bleibt bei Politikern von Bund, Ländern und Gemeinden der Ehrgeiz?

Das Ziel sollte sein, in den nächsten fünf bis sieben Jahren die besten Straßen, Schienen, Schulen, Digital- und Stromnetze der Welt zu haben. Es wäre das wirksamste Programm zu höheren Wachstumsraten, mehr Produktivität und mehr Wohlstand.

Mehr: Die Grünen bemängeln, dass sich das BIP nicht als Wohlstandsmaß eignet, weil es ökologische und soziale Aspekte ignoriert.

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