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Kommentar Deutschland steht bei Börsengängen im Abseits

Die Newcomer an den Börsen in Asien und den USA stellen neue Rekorde auf. Der einheimische Markt bietet ein trauriges Bild.
22.12.2020 - 19:47 Uhr 1 Kommentar
Die fehlenden Emissionen am deutschen Markt werden von Jahr zu Jahr auffälliger. Quelle: dpa
Börse in Frankfurt

Die fehlenden Emissionen am deutschen Markt werden von Jahr zu Jahr auffälliger.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Bilanz der Börsengänge in Deutschland fällt für das Jahr 2020 ernüchternd aus – das Emissionsvolumen von 1,1 Milliarden Euro bei insgesamt neun Newcomern ist ein Armutszeugnis für den Finanzstandort. Deutschland steht damit weit abgeschlagen hinter den USA und China.

Allein der Börsengang des US-Zimmervermittlers Airbnb fiel gut dreimal so hoch aus wie alle Emissionen in Frankfurt zusammengerechnet.

Dabei entgehen nicht nur den Investmentbanken und Rechtsanwälte Einnahmen. Börsengänge ermöglichen auch jedem Bürger die direkte Beteiligung am Erfolg der Unternehmen und damit am Wohlstand einer Volkswirtschaft. Zusätzlich spiegeln die Initial Public Offerings (IPO) die Aktienkultur und den Unternehmergeist eines Landes wider.

Dieser unverändert offenkundige Mangel an jungen innovativen Technologiefirmen, die den Gang auf das deutsche Parkett wagen, ist viel gravierender als das niedrige Emissionsvolumen in diesem Jahr. Die fehlenden Emissionen am deutschen Markt werden von Jahr zu Jahr auffälliger, weil die Börsen in Schanghai, New York und London selbst in der Coronakrise boomen.

Die Start-ups aus Berlin und den anderen deutschen Gründerregionen hingegen gehen entweder an ausländische Börsenplätze oder suchen ihr Heil in weiteren Finanzierungsrunden, anstatt das heimische Börsenparkett anzusteuern. Beste Beispiele waren 2020 Curevac und Via Optronics, die in New York ihr Glück suchten.

Besonders mies ist es um die Zukunftstechnologie schlechthin bestellt: die Biotechnologie. Das Mainzer Unternehmen Biontech, die große Hoffnung zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie, notiert beispielsweise an der Nasdaq in den USA. Und auch über 100 andere Biotech-Firmen gingen gegen Jahresende an den US-Börsenplätzen an den Start und sammelten insgesamt 23 Milliarden Dollar ein.

In Deutschland ist dagegen kein nennenswerter Börsenkandidat aus der Biotechnologie in Sicht – mit dem Internetportal Auto1 steht wieder nur ein E-Commerce-Unternehmen in den Startlöchern.

Die deutschen Politiker haben mit ihrem jüngst beschlossenen Zukunftsfonds über zehn Milliarden Euro zwar die richtigen Weichen in der Wagnisfinanzierung für Start-ups gestellt. Aber das nutzt alles nichts, wenn man den Exit-Kanal Börse vernachlässigt. Denn so landen die aufgepäppelten Start-ups an Auslandsbörsen und erfreuen dort die Anleger.

Ein runder Tisch muss her aus Investmentbankern, Gründern, Politikern und Risikokapitalgebern – und natürlich der Deutschen Börse selbst. Weniger Regulierung, mehr Research in den Banken, Steueranreize und vor allem mehr Wissen über den Kapitalmarkt in der Bildung sind nötig, um noch zu retten, was zu retten ist.

Mehr: Risiken, Einstiegschancen, Wachstum: Was der Airbnb-Börsengang mitten in der Krise bedeutet

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1 Kommentar zu "Kommentar: Deutschland steht bei Börsengängen im Abseits"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • eine zweite Zeit eines "neues Marktes" wird man hier nicht erleben - Geschichte wiederholt sich nicht. Ich denke es ist keine Frage von Research / Analysten denn die machen sowieso nur das Wetter von gestern - ich denke es sollte hier einfach Förderung geben für Investments in junge Firmen für Investoren um diesen Prozess in Gang zu bringen. Viele Menschen in Europa werden immer älter und wollen ihr Vermögen in Aktien stecken - da ist es wichtig das interessante Firmen in einfach zugänglichen Firmen vor Ort informieren - heute investieren viele Menschen in chinesiche Aktien ohne Hintergrundwissen und jemals in China gewesen zu sein - das ist einfach gefährlich

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