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Kommentar Deutschland trägt eine Mitschuld am Handelsstreit mit den USA

Donald Trump hat den Handelskonflikt vom Zaun gebrochen. Aber Deutschland trägt mit seinem Handelsüberschuss eine Mitschuld an der Eskalation.
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Eigentlich müsste die Bundeskanzlerin dem US-Präsidenten dankbar sein. Quelle: dpa
Merkel und Trump

Eigentlich müsste die Bundeskanzlerin dem US-Präsidenten dankbar sein.

(Foto: dpa)

Eigentlich müsste Angela Merkel dem US-Präsidenten dankbar sein. Beim G7-Gipfel wird Donald Trump mit seiner rabiaten Handelspolitik den geballten Ärger seiner Kollegen auf sich ziehen. Die Kanzlerin muss daher kaum befürchten, dass sich die Partner wie bisher an Deutschlands Handelsbilanz abarbeiten.

Dabei ist der deutsche Überschuss, der höchste der Welt, nur die Kehrseite der gleichen Medaille. Natürlich ist es ein Affront, dass Trump die Stahlimporte aus verbündeten Ländern aus Gründen der nationalen Sicherheit mit Zöllen belegt. Und es ist richtig, dass sich die EU-Staaten dagegen wehren.

Aber so fragwürdig seine Methoden und so irrational seine Fixierung auf bilaterale Handelsdefizite auch sein mögen, so wütet Trump doch nicht ohne Grund: Dauerhafte und massive Überschüsse von Ländern wie Deutschland oder China sind ein Problem für die Handelspartner. Und für die Länder selbst.

Deutschland könnte mehr investieren

Politik und Industrie wiegeln Kritik an deutscher Exportfixiertheit stets reflexartig ab – für Wettbewerbsfähigkeit brauche man sich nicht zu entschuldigen. Aber das Mantra von der sprichwörtlichen deutschen Ingenieurskunst ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte fügt sich aus weiter zu niedrigen Investitionen von Staat und Unternehmen im eigenen Land und dem zu geringen Konsum zusammen.

Die Große Koalition hat angefangen, mehr für die Binnennachfrage zu tun. Aber sie geht dabei zu zögerlich vor. Die Regierung könnte angesichts der guten Kassenlage selbst viel mehr Geld in die digitale und physische Infrastruktur stecken und Unternehmen die Investitionen erleichtern. Und sie sollte gerade Geringverdiener noch stärker bei den Sozialabgaben entlasten.

Alles das würde dem Land gut tun und zugleich den Handelsüberschuss senken. Es würde den EU-Ländern bei ihrer wirtschaftlichen Erholung helfen und damit die Solidarität mit den Deutschen im Handelskonflikt stärken. Auf diese werden wir angewiesen sein, sobald Trump die Autos made in Germany ins Visier nimmt.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Deutschland trägt eine Mitschuld am Handelsstreit mit den USA"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Nach der Alleinschuld am Wk1 haben wir jetzt nur noch eine Mitschuld - immerhin ein
    Fortschritt. Entweder wir wollen, dass die freie Wirtschaft funktioniert oder wir fuehren
    Planwirtschaft ein. Es wird ja noch einige Ueberlende aus der DDR geben, die das
    koennen.