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Kommentar Deutschlands Banken haben eine schlechte Startposition für die Konsolidierung

Europa hat noch immer zu viele Banken. Fusionen werden kommen, aber erst einmal auf den nationalen Märkten. Für Deutschland ist das keine gute Nachricht.
08.09.2020 - 18:39 Uhr Kommentieren
Aus der Fusion der beiden spanischen Banken Caixa und Bankia würde ein neuer nationaler Bankenriese entstehen. Quelle: AFP
Hauptquartier der spanischen Bank Caixa in Barcelona

Aus der Fusion der beiden spanischen Banken Caixa und Bankia würde ein neuer nationaler Bankenriese entstehen.

(Foto: AFP)

Noch ist der Ehevertrag nicht unterschriftsreif, aber die beiden spanischen Großbanken Caixa und Bankia flirten bereits heftig miteinander. Käme es wirklich zur iberischen Bankenhochzeit, wäre es bereits der zweite große Deal innerhalb weniger Monate in Europa. Im Juli hat die italienische Intesa Sanpaolo die feindliche Übernahme des Konkurrenten UBI Banca unter Dach und Fach gebracht.

Die lange beschworene Konsolidierung des überbesetzten europäischen Bankenmarkts scheint also langsam, aber sicher in Fahrt zu kommen. Zumal sich die Auguren sicher sind, dass beide Deals eine weitere Marktbereinigung nach sich ziehen werden. Allerdings würde diese Marktbereinigung wahrscheinlich erst einmal auf nationaler Ebene stattfinden. Große grenzüberschreitende Deals, über die in der Branche so gerne spekuliert wird, lassen dagegen weiter auf sich warten. Dafür gibt es gute Gründe, und die haben nicht nur mit der Coronakrise zu tun.

Nach der Finanzkrise haben die Aufseher eine Reihe von Sicherheitsvorkehrungen eingezogen, die künftige Bankenpleiten verhindern sollten. Dazu zählen nicht nur deutlich härtere Anforderungen an die Kapitalausstattung, sondern auch Regeln, die das Verschieben von Kapital und Liquidität innerhalb einer Bank zwischen verschiedenen internationalen Standorten erschweren. Mittlerweile hat sich die Haltung der Aufseher zwar um 180 Grad gedreht: Unmittelbar nach der Finanzkrise schien klar zu sein, dass noch größere Banken automatisch auch noch gefährlichere Banken sind. Jetzt heißt die Devise eher, ein einheitlicher Bankenmarkt braucht auch echte paneuropäische Banken. Aber trotz der Kehrtwende – die alten Regeln, die internationale Fusionen behindern, gelten noch immer. Dazu kommt, dass die europäische Gesetzgebung auf vielen relevanten Gebieten wie dem Insolvenzrecht nach wie vor einem Flickenteppich gleicht.

Aber nicht nur wegen der europäischen Kleinstaaterei ist es im Moment sehr viel leichter, Banken durch nationale Zusammenschlüsse auf Effizienz zu trimmen. Fusionen innerhalb eines Landes sorgen einfach für die größeren Kostensynergien. Und die sind sehr viel verlässlicher als die Hoffnung, durch eine komplexe und riskante internationale Großfusion für steigende Erträge zu sorgen.

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    Für die deutsche Finanzbranche ist die nationale Marktbereinigung keine besonders gute Nachricht. Zwar wird es weiter kleinere Zusammenschlüsse im Lager der Sparkassen und der Genossenschaftsbanken geben. Für große Deals sieht es dagegen ziemlich schlecht aus. Die von Sparkassenpräsident Helmut Schleweis vorangetriebene Konsolidierung bei den Landesbanken liegt durch die Corona-Pandemie erst einmal auf unabsehbare Zeit auf Eis. Der einzig sinnvolle größere Deal unter den Privatbanken, die Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank, wurde bekanntlich geprüft und verworfen.

    Während auf anderen nationalen Märkten immer mächtigere Banken entstehen, ringen die deutschen Geldhäuser um halbwegs rentable Geschäftsmodelle. Entsprechend schlecht droht ihre Startposition auszufallen, wenn die internationale Konsolidierung dann doch irgendwann in Fahrt kommt. Allein schon deshalb würde wohl niemand vor Verblüffung tot umfallen, wenn die Commerzbank und die Deutsche Bank irgendwann doch noch einmal prüfen würden, ob sie in einer Bankenehe nicht glücklicher wären.

    Mehr: Banken in der Coronakrise: „Das dicke Ende steht noch aus“

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