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Kommentar Deutschlands Biotech-Firmen haben eine große Schwäche

Deutsche Unternehmen wie Immatics oder Biontech haben in der Forschung viel zu bieten. Doch die industrielle Bilanz der Biotech-Firmen fällt mäßig aus.
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Die deutsche Forschung ist im Bereich der Immunologie international leistungsfähig. Quelle: Bernd Roselieb für Handelsblatt
Biontech-Forschungslabor in Mainz

Die deutsche Forschung ist im Bereich der Immunologie international leistungsfähig.

(Foto: Bernd Roselieb für Handelsblatt)

Bis zu 1,5 Milliarden Euro kann die Biotechfirma Immatics vom US-Konzern Celgene erhalten, wenn die nun vereinbarten Forschungsprojekte Früchte tragen. Allianzen wie diese sind längst Routine in der Pharmawelt. Etablierte Arzneihersteller sichern sich so Zugriff auf neue Technologien und federn gleichzeitig ihre Risiken ab. Der Löwenanteil der Vertragssummen wird nur im Erfolgsfall fällig.

Für die Biotechfirmen wiederum bieten die Deals eine wichtige Finanzierungsquelle und die Chance, ihre Forschung weiter in Richtung Markt voranzubringen – auch wenn die Vertriebsrechte am Ende dem Pharma-Partner gehören. Vor allem aber sind solche Allianzen ein wichtiges Indiz für die Werthaltigkeit der eigenen Forschung – so auch nun im Falle Immatics.

Insgesamt haben deutsche Biotechfirmen wie Immatics, Biontech, Curevac und Affimed in den letzten Jahren mehr als ein Dutzend solcher F+E-Allianzen mit großen Pharmakonzernen besiegelt, der überwiegende Teil mit Schwerpunkt in der Krebsimmuntherapie. Das spricht dafür, dass die Firmen einiges zu bieten haben und die deutsche Forschung im Bereich der Immunologie international leistungsfähig ist.

Die industrielle Bilanz dagegen fällt bisher mäßig aus. Mit eigenen Produkten sind deutsche Pharmafirmen in der Immunologie nur schwach und deutsche Biotechfirmen gar nicht vertreten. Die erste Welle an Krebsimmuntherapien hat die Branche fast komplett verpasst.

Firmen wie Immatics, Biontech und Co. haben nun eine reale Chance, bei der zweiten Generation von Immuntherapien stärker mitzuspielen. Aber auch hier ist vorgezeichnet, dass man mangels Kapital ausländische Pharmariesen den Löwenanteil des Geschäfts überlassen muss.

Die Aufgabe für die Biotechfirmen besteht insofern nicht nur darin, ihre Forschung voranzutreiben. Ebenso wichtig für die Branche und den Standort wäre es, längerfristig einen größeren Teil der Wertschöpfung zu sichern.

Mehr: Die Biotech-Firma Immatics besiegelt einen Milliarden-Deal mit Celgene. Von der Zusammenarbeit profitiert das Tübinger Unternehmen.

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