Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Die 4,8-Prozent-Tarifforderung für Bund und Kommunen ist ambitioniert

Die Corona-Lage im öffentlichen Dienst ist ähnlich heterogen wie in der Wirtschaft insgesamt. Außerdem fehlt den Gewerkschaften das Druckpotenzial.
25.08.2020 - 19:08 Uhr Kommentieren
Die Krise stellt Bund und Kommunen vor besondere Herausforderungen. Quelle: dpa
Mitarbeiter des Gesundheitsamtes der Stadt Köln nimmt einen Rachenabstrich

Die Krise stellt Bund und Kommunen vor besondere Herausforderungen.

(Foto: dpa)

Tarifverhandlungen sind Wetten auf die Zukunft, weil verteilt wird, was noch nicht erwirtschaftet ist. Selten zuvor waren die Chancen dieser Wette so schwer zu kalkulieren wie inmitten der Coronakrise.

Ob sie aufgeht, hängt entscheidend davon ab, ob die wirtschaftliche Erholung einem V-förmigen Verlauf folgt oder sich doch länger hinzieht. Das gilt auch für die Tarifrunde bei Bund und Kommunen, die nun mit der Gewerkschaftsforderung nach 4,8 Prozent mehr Geld eingeläutet ist.

Auch wenn früher oft eine Sechs vor dem Komma stand, ist die Forderung durchaus ambitioniert. Denn aus Gewerkschaftssicht steht die Runde unter keinen guten Vorzeichen. So sind die Steuereinnahmen Corona-bedingt eingebrochen, und die öffentlichen Haushalte weisen im ersten Halbjahr erstmals seit 2011 wieder ein Defizit aus. Zudem haben etliche Kommunen wegen drückender Altschulden ohnehin kaum Luft zum Atmen.

Erschwert wird die Situation noch dadurch, dass sich die Lage sehr unterschiedlich darstellt – je nachdem, wo die Beschäftigten bei Bund und Kommunen arbeiten.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Während Mitarbeiter in kommunalen Kliniken, den Gesundheitsämtern, den Arbeitsagenturen oder am Steuer eines Busses zu Recht erwarten, dass ihr besonderer Corona-Einsatz honoriert wird, steht in Museen, Theatern oder Bibliotheken weiter Kurzarbeit an. Wie in der Wirtschaft insgesamt ist die Lage fünf Monate nach Beginn des Corona-Ausnahmezustands auch im öffentlichen Dienst äußerst heterogen.

    „Corona-Helden“ angemessen würdigen

    Hinzu kommt, dass das Druckpotenzial der Gewerkschaften dieses Mal eingeschränkt ist. Denn Streiks in den gerade erst wiedereröffneten Kitas oder im öffentlichen Nahverkehr, der noch weit vom Normalbetrieb entfernt ist, dürften in der Öffentlichkeit jetzt noch weniger auf Verständnis stoßen als in normalen Zeiten.

    Verdi, Beamtenbund und der Arbeitgeberverband VKA haben schon beim letzten Tarifabschluss für Bund und Kommunen vor gut zwei Jahren bewiesen, dass sie sehr differenzierte Lösungen hinbekommen, die nach Berufsgruppen oder Erfahrung unterscheiden. In der anstehenden Runde wird es ohne eine ähnliche Differenzierung kaum gehen, was sich etwa darin zeigt, dass über das Gesundheitswesen gesondert verhandelt werden soll.

    Die Kunst der Tarifverhandler besteht nun darin, die „Corona-Helden“ angemessen zu würdigen und zur Stärkung der Binnenkonjunktur beizutragen, ohne die öffentlichen Haushalte über Gebühr zu strapazieren. Sonst geht die Wette auf die Zukunft nicht auf.

    Mehr: Interview mit Verdi-Chef Frank Werneke zur Tarifrunde

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Die 4,8-Prozent-Tarifforderung für Bund und Kommunen ist ambitioniert
    0 Kommentare zu "Kommentar: Die 4,8-Prozent-Tarifforderung für Bund und Kommunen ist ambitioniert"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%