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Kommentar Die Abstürze der gefeierten Start-ups sind heilsam

Das Jahr 2019 begann für Firmen wie Uber, Lyft und Pinterest traumhaft – und endete mit großen Kursverlusten. Doch die Abstürze sorgen für Realismus in der Tech-Szene.
01.01.2020 - 16:40 Uhr Kommentieren
Das Start-up verlor im vergangenen Jahr über 30 Prozent an der Börse. Quelle: AFP
Uber

Das Start-up verlor im vergangenen Jahr über 30 Prozent an der Börse.

(Foto: AFP)

Es sollte ein magisches Jahr werden, das Jahr der Einhörner und triumphaler Börsengänge: Die Fahrdienste Lyft und Uber, die Reiseplattform Airbnb, das Bildernetz Pinterest, der Messenger Slack und der Coworking-Anbieter WeWork, sie alle strebten aufs Parkett.

Doch das Jahr, das mit so vielen Börsen-Träumen begann, endetet für viele als Albtraum. Lyft, Uber und Slack verloren mehr als 30 Prozent ihres Wertes, Pinterest dümpelt dahin. Und WeWork musste den Börsengang ganz absagen.

Angesichts dieser Abstürze sind Investoren vorsichtiger geworden. Die Zahl der Firmen, die die Eine-Milliarde-Dollar-Bewertung knackten, wuchs 2019 langsamer. Laut Zahlen der Datenbank Crunchbase sind 2019 nur 142 Unternehmen in den Kreis der sogenannten Einhörner vorgestoßen, im Jahr zuvor waren es noch 158.

Diese Entwicklung ist heilsam. Die strauchelnden Stars sorgen für einen neuen Realismus in der Tech-Szene. Wie von Sinnen hatten Geldgeber rund um den Investor Softbank die Firmenbewertungen in die Höhen getrieben. Doch das WeWork-Desaster hat viele daran erinnert, dass auch charismatische Gründer eine prosperierende Zukunft nicht nur versprechen, sondern auch in die Tat umsetzen müssen. Dauerhaft am Leben halten können sie ihre Geschöpfe nur mit solidem Umsatz und stetem Cashflow.

Mit diesem neuen Realismus sinkt die Wahrscheinlichkeit einer neuen Tech-Blase, die einige schon gefürchtet hatten. Tatsächlich stehen bei vielen Investoren nun Start-ups im Fokus, die wirklich bahnbrechende Technologien mit wirtschaftlicher Zukunft entwickeln.

Große Fonds, die eben noch auf E-Commerce und Gaming setzten, investieren nun in digitale Hightech und Biotech. Solche Start-ups finden sie zunehmend in Europa. Kein Wunder also, dass Deutschland 2019 fünf Einhörner dazugewonnen hat – so viele wie nie zuvor in einem Jahr. Das ist ein Anfang. Doch die Zahl der europäischen Technologiefirmen, die weltweit eine Rolle spielen, ist immer noch zu klein.

Ein Großteil der Investitionen in europäische Wachstumsfirmen kommt aus den USA und Asien. Damit gehen die Gewinne und ein Stück weit auch die Kontrolle über diese Firmen ins Ausland. 2020 sollte deshalb das Jahr werden, in dem die europäische Politik die Finanzierungslücke europäischer Start-ups zu ihrem Thema macht: Der Zukunftsfonds der Bundesregierung, mit dem Start-ups finanziert werden sollen, ist ein guter erster Schritt.

Der nächste Schritt muss ein noch größerer europäisch koordinierter Wachstumsfonds sein. Nur damit hat Europa eine Chance gegen die digitalen Ambitionen Chinas und der USA.

Mehr: Monja Mühling will die Logistikbranche mit ihrem Start-up effizienter machen. Ihr Geschäftsmodell basiert auf Künstlicher Intelligenz, ihr Erfolg auf harter Arbeit.

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