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Kommentar Die Anleger haben die Risiken zu lange ausgeblendet – nun wird es ungemütlich

Trump verschärft den Handelskonflikt mit China. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum es mit der Sorglosigkeit an den Börsen vorbei sein könnte.
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Börse: Die Anleger haben die Risiken zu lange ausgeblendet Quelle: dpa
Shanghai-Composite-Index

Der jüngste Börsenaufschwung war nur möglich, weil die Märkte jegliche Risiken ausgeblendet haben.

(Foto: dpa)

Donald Trump bleibt unberechenbar: Nachdem der US-Präsident wochenlang Optimismus im Handelskonflikt mit China verbreitet hat, schockt er die Märkte nun mit neuen Zöllen, die schon ab kommenden Freitag in Kraft treten sollen.

Er kündigte an, für Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar, die bislang mit einem Einfuhrzoll von zehn Prozent belegt waren, künftig 25 Prozent zu verlangen. Weitere chinesische Waren mit einem Volumen von 325 Milliarden Dollar, die zuvor zollfrei waren, sollen laut Trump „in Kürze“ ebenfalls mit 25 Prozent belegt werden.

Die Ankündigung drückte die Börsen tief ins Minus: Ein wichtiges chinesisches Börsenbarometer brach um knapp sechs Prozent ein. Auch der Dax öffnete am Montagmorgen knapp zwei Prozent im Minus.

Die Reaktionen auf Trumps Tweet zeigen: Die Märkte haben sich zu stark auf die positiven Wasserstandsmeldungen aus dem Weißen Haus verlassen. Der jüngste Börsenaufschwung – seit Jahresbeginn hat beispielsweise der Dax 18 Prozent zugelegt – war nur möglich, weil die Märkte jegliche Risiken ausgeblendet haben.

Diese gefährliche Sorglosigkeit deutete sich schon bei der jüngsten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed in der vergangenen Woche an. Denn die Märkte preisen weiterhin eine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte in den USA bis Jahresende ein. Dabei haben die USA erst kürzlich mit 3,2 Prozent ein ungewöhnlich starkes Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2019 vermeldet.

In einem solchen Umfeld werden üblicherweise eher Zinsanhebungen diskutiert. Und so konnte Fed-Chef Jerome Powell die Märkte nur enttäuschen. Er deutete an, dass er die schwachen US-Inflationsdaten nur als vorübergehendes Phänomen ansehe. Investoren sahen das als Indiz, dass die lockere Geldpolitik der Fed Grenzen hat. Die US-Börsen gerieten daraufhin unter Druck.

An den Märkten könnte es nun ungemütlich werden: Innerhalb von nur einer Woche haben zwei wichtige Treiber der jüngsten Börsen-Hausse Rückschläge erlitten. Das blinde Vertrauen in eine lockere Geldpolitik der Fed ist verlorengegangen. Und nun wachsen auch die Zweifel an einer gütlichen Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China.

Trumps Strategie, die Chinesen mit Druck zu Zugeständnissen zu bewegen, kann auch nach hinten losgehen. Die chinesische Handelsdelegation will zwar in dieser Woche nach Washington reisen, ob Vize-Ministerpräsident Liu He mit von der Partie sein wird und an welchem Tag die Verhandlungen beginnen, ist aber unklar. Viel spricht aktuell dafür, dass Unsicherheit und Volatilität die kommenden Wochen an den Börsen prägen werden.

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2 Kommentare zu "Kommentar: Die Anleger haben die Risiken zu lange ausgeblendet – nun wird es ungemütlich"

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  • Als der Dax vor ca. 1,5 Jahre bei über 13.500 Punkte stand, hatte die EU und auch die Weltwirtschaft ausreichend Konflikte.
    Weshalb jetzt, bzw. seit einigen Monaten immer wieder diese
    Schwarzmalerei mit Hinweisen auf anstehende Konflikte????
    Kommt es daher, weil div. Wahlen anstehen???
    Die etwas " Älteren " kennen noch einen Wahlspruch der einen Partei:
    Nur keine Experimente............ Hat es sich damals gelohnt???

  • "Sorglosigkeit"?

    Haben nicht all die vielen Unken, auch die Ihres Blattes, seit Beginn des Jahres bis zum Erbrechen erzählt, die Wirtschaft sei im Abwärtstrend und duchlaufe nun eine jahrelabge Rezession? Und ist die Warnung vor einer "Bärenmarktrally" nicht zum Standardreportore all der vielen Unken geworden?

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