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Kommentar Die Anstrengungen von Siemens waren nicht umsonst

Noch längst ist nicht gesichert, dass Siemens den kompletten Milliardenauftrag aus dem Irak bekommt. Doch das gebeutelte Land profitiert in jedem Fall.
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Beim Kampf um den Auftrag, die Energieversorgung im Irak aufzubauen, spielen auch geopolitische Gründe eine Rolle. Quelle: Reuters
Siemens-Zentrale in München

Beim Kampf um den Auftrag, die Energieversorgung im Irak aufzubauen, spielen auch geopolitische Gründe eine Rolle.

(Foto: Reuters)

Ex-Siemens-Chef Peter Löscher hatte einst einen eigenen Geschäftssektor für das Geschäft mit den Megastädten dieser Welt geschaffen. Die Idee dahinter: Siemens sollte den Städten Gesamtlösungen anbieten, also zum Beispiel U-Bahnen und auch gleich die Beleuchtung für die Station. Die Konkurrenz lästerte aber: Die Städte hätten das mühsam erarbeitete Gesamtkonzept von Siemens gern genommen – die Einzelaufträge dann aber oft ausgeschrieben und an Konkurrenten vergeben.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass es den Münchenern im Irak ähnlich ergeht. In akribischer Detailarbeit hat Siemens unter Löschers Nachfolger Joe Kaeser eine „Road Map“ zum Wiederaufbau der Energieversorgung des kriegsgebeutelten Landes erarbeitet. Dieses sieht zum Beispiel eine Verbesserung der Netze sowie neue Kraftwerke und eine Nutzung des Gases vor, das an Förderstätten normalerweise abgefackelt wird. Der Irak soll so unabhängiger vom iranischen Gas werden.

Dass der Irak nun die Roadmap gemeinsam mit Siemens weiter verfolgen will, bedeutet noch nicht, dass Siemens nun Aufträge über 13 Milliarden Euro sicher hat. Im Gegenteil: Es verstärkt sich der Eindruck, dass der Irak Siemens und General Electric gegeneinander ausspielt, um die besten Konditionen herauszuholen.

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Zudem spielt die Geopolitik eine zentrale Rolle. Es ist keinesfalls gesichert, dass das wirtschaftlich beste Angebot am Ende den Zuschlag bekommt. Die US-Regierung macht Druck für General Electric mit dem Faustpfand von Truppen im Land, die für die Sicherheit sorgen. Ein großer Teil des Kuchens könnte am Ende doch an die USA gehen. Zudem ist unsicher, ob der Irak die Finanzierung stemmen kann und am Ende alle Pläne auch wirklich realisiert werden.

Umsonst war die Arbeit von Siemens aber so oder so nicht. In Ägypten, wo sich Kaesers Konzern gegen GE durchsetzte, hat Siemens bereits bewiesen, dass es helfen kann, die Energieversorgung eines Landes massiv zu verbessern. GE muss diesen Nachweis erst noch erbringen. Vor allem aber profitiert der Irak in jedem Fall von einem Gesamtkonzept – und das Land kann jede Unterstützung gebrauchen.

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