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Kommentar Die Arroganz der Macht wendet sich gegen Amazon

Die Coronakrise hätte für die Plattform die Chance sein können, ihr ramponiertes Image zu verbessern. Doch Amazon hat nur an den eigenen Vorteil gedacht – mal wieder.
07.05.2020 - 10:36 Uhr 1 Kommentar
Offenbar hat der Erfolg bei Amazon das Gefühl erzeugt, sich um niemandes Sorgen scheren zu müssen. Quelle: dpa
Amazon Logistikzentrum in Sachsen

Offenbar hat der Erfolg bei Amazon das Gefühl erzeugt, sich um niemandes Sorgen scheren zu müssen.

(Foto: dpa)

Es wäre die perfekte Möglichkeit für Amazon gewesen, das Firmenimage nachhaltig zu verbessern. Wenn Geschäfte geschlossen sind und Menschen nicht vor die Tür dürfen, wird die Plattform gebraucht wie nie zuvor. Dies positiv zu begleiten im Dialog mit Kunden, Handelspartnern und Mitarbeitern wäre mehr wert gewesen als jede Werbekampagne. Doch der US-Riese hat es in seiner unnachahmlichen Weise wieder geschafft, nur an seinen Erfolg zu denken und alle gegen sich aufzubringen.

Statt auf besorgte Mitarbeiter zuzugehen und sie frühzeitig durch Infos und entschlossene Maßnahmen zu beruhigen, wurden zunächst Mitarbeiter beschimpft, die Sorgen geäußert hatten. Erst auf Druck reagierte das Unternehmen mit Verbesserungen. Offensiv verkündet dagegen wurde die Einstellung von Tausenden neuer Mitarbeiter – weil die nun mal fürs Geschäft gebraucht werden.

Selbst die Marktplatzhändler, die einen großen Teil zu Umsatz und Gewinn von Amazon beisteuern, wurden behandelt wie lästige Störenfriede. Nach Gutsherrenart wurden ihre Lieferfristen geändert, ohne Transparenz über Kriterien und Gründe, ohne rechtzeitige Information. So wirken dann selbst notwendige Maßnahmen zur Bewältigung der Logistik wie Übergriffe.

Auch für die Käufer zeigt sich jetzt, dass die viel gerühmte Kundenfreundlichkeit eher eine bestens geölte Maschine als echtes Interesse am Kunden ist. Wenn ein Prime-Abonnent, an die Lieferung innerhalb eines Tages gewöhnt, mal vier Tage auf einen Artikel warten muss, ist das kein Drama. Aber ihn über die Überlastung frühzeitig informieren und sich dafür entschuldigen könnte Amazon schon.

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    Offenbar hat der Erfolg bei Amazon das Gefühl erzeugt, sich um niemandes Sorgen scheren zu müssen. Doch diese Arroganz der Macht könnte sich bald gegen den Onlineriesen wenden, wenn Kunden erkennen, dass die Bequemlichkeit des Einkaufs bei Amazon einen hohen Preis hat – und Kunden sich nach Alternativen umschauen.

    Mehr: Amazons unheimliche Macht – die Kritik am Onlineriesen wächst

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Die Arroganz der Macht wendet sich gegen Amazon "

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    • Der Artikel entspricht nicht dem gewohnten Handelsblatt-Niveau. Er enthält keine Fakten, sondern nur die Wiederholung der seit Wochen verbreiteten und nicht wirklich durch Fakten belegten Vorwürfe. Donald Trump lässt grüßen. Herr Kolf sollte sich vielleicht einmal der Recherchearbeit widmen, um sich über die Arbeitsbedingungen und Sozialleistungen bei Amazon möglichst objektiv zu informieren. Auch sollte er sich bei einer repräsentativen Auswahl von Drittanbietern über die Leistung von Amazon für diese erkundigen. Unzufriedene gibt es immer und überall. Sie sind häufig lautstark - aber nicht unbedingt repräsentativ.

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