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Kommentar Die Auffanglösung für die NordLB ist aus finanzieller Sicht fragwürdig

Die Sparkassen springen der angeschlagenen Bank zur Seite. Doch vielen Fragen sind noch offen. Die EU-Kommission wird sich die Rettungspläne genau anschauen.
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Dass die Landesregierung der öffentlich-rechtlichen Finanzgruppe den Vorzug überlässt, ist nicht verwunderlich. Quelle: dpa
NordLB-Zentrale in Hannover

Dass die Landesregierung der öffentlich-rechtlichen Finanzgruppe den Vorzug überlässt, ist nicht verwunderlich.

(Foto: dpa)

Das Land Niedersachsen hat sich entschieden: Es will die durch Schiffskredite schwer gebeutelte NordLB zusammen mit der Sparkassen-Finanzgruppe retten. Rund 3,7 Milliarden Euro stehen somit für das Geldhaus aus Hannover bereit. Die zwei Finanzinvestoren, die für knapp 50 Prozent an der Norddeutschen Landesbank geboten haben, kommen wohl nicht mehr zum Zuge.

Es ist sicher keine Überraschung, dass die niedersächsische Landesregierung als Haupteigner der Bank eine Auffanglösung zusammen mit den Sparkassen bevorzugt. Die öffentlich-rechtliche Finanzgruppe mag für sie berechenbarer sein als die Finanzinvestoren Cerberus und Centerbridge. Zudem gilt es aus Sicht von Sparkassen und Landesbanken als Problem, wenn private Investoren in ihrem Haftungsverbund Mitspracherecht hätten.

Und obendrein müsste mit der Braunschweigischen Landessparkasse eine klassische Sparkasse aus der NordLB herausgelöst werden – kein leichtes Unterfangen. Doch es spricht einiges dafür, dass nun die teurere Variante umgesetzt wird – deren Ausgang keinesfalls vorhersehbar ist. Wie es nach der Rettung weitergeht mit der angeschlagenen NordLB, ist nach wie vor unklar.

Bürger zahlen drauf

Das hat vor allem einen Grund: Die EU-Kommission dürfte sich die Auffanglösung genau anschauen – unter der Fragestellung, ob private Eigentümer auch so gehandelt hätten wie das Land und die Sparkassen-Finanzgruppe. Denkbar ist, dass die Bank am Ende doch noch zerschlagen wird. Damit käme zwar die Konsolidierung im Landesbanken-Sektor voran, aber zu einem hohen Preis.

Das gilt umso mehr, weil die Offerte der Finanzinvestoren für den Steuerzahler deutlich günstiger gewesen wäre: Das Land hätte bei der Variante nur 600 Millionen Euro übernehmen müssen. Es ist daher schwer zu verstehen, warum die Landesregierung sich für diese sowohl ordnungspolitisch als auch finanziell fragwürdige Lösung entschieden hat.

Dem deutschen Bankenmarkt jedenfalls ist damit nicht geholfen.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Die Auffanglösung für die NordLB ist aus finanzieller Sicht fragwürdig"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Sehr geehrte Frau Atzler,

    meiner Auffassung sollten wir 2 Themenbereiche unterscheiden:

    1. Wie werden die aufgelaufenen Verluste aufgeteilt?
    Hier meine ich, dass sich die Betroffenen einigen sollten. Als Außenstehende sollten wir uns mit "guten Ratschlägen" zurückhalten.

    2. Künftiges Geschäftsmodell der Bank
    Fortwährende Zuschüsse der Eigentümer in eine Art von "Faß ohne Boden" will sicherlich niemand. Also wird man sich wohl nach einem ertragreichen Geschäftsmodell und wahrscheinlich auch nach neuem Führungspersonal umsehen müssen. Das ist der wichtigste Aspekt, der aber in der bisherigen Diskussion völlig vernachlässigt wurde. Außer dass der hochverehrte Herr Sparkassenpräsident ausgerechnet eine Pleite-Bank zu einem neuen Champion des öffentlich-rechlichen Lagers machen wollte. Aber diese Schnapsidee ist ja nun Gott sei Dank vom Tisch.