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Kommentar Die Aufregung um die fehlende Tarifbindung von Tesla ist unverständlich

Der Elektroautobauer schafft Jobs, zahlt gute Gehälter und stellt Langzeitarbeitslose in einer strukturschwachen Region ein – trotzdem regen sich Politiker auf. Zu Unrecht.
16.11.2020 - 15:58 Uhr 1 Kommentar
Tesla baut Tausende neue Arbeitsplätze in Ostdeutschland auf. Quelle: dpa
Baustelle in Grünheide

Tesla baut Tausende neue Arbeitsplätze in Ostdeutschland auf.

(Foto: dpa)

Das gibt es nur in Deutschland: Ein Unternehmen investiert mitten in der Corona-Pandemie eine Milliarde Euro, baut 12.000 Arbeitsplätze auf und will die Arbeiter und Angestellten großzügig bezahlen. Aber Teslas neue Fabrik in der Nähe von Berlin ärgert nicht nur Anwohner und Umweltverbände, sondern auch die Arbeitnehmerflügel in der CDU und SPD.

Die Politiker kritisieren Tesla, sich der Tarifbindung in Deutschland zu entziehen. Das beschädige die Sozialpartnerschaft und sei unfair gegenüber Konkurrenten, die sich daran hielten.

Die Diskussion um die Tarifbindung könnte nicht deplatzierter sein. Sie sendet ein fatales Signal an ausländische Unternehmen, die in Deutschland investieren wollen.

Sicherlich ist die Tarifbindung eine Errungenschaft der Sozialen Marktwirtschaft. Aber sie garantiert vor allem eine faire Entlohnung, und Tesla erfüllt diesen Punkt. Nichts gegen Urlaubsansprüche, Sonderzuwendungen oder andere Dinge, die im Tarifvertrag geregelt werden – Arbeitsplätze und Erfindungskraft gehen vor.

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    Tesla muss keinen Tarifvertrag abschließen, solange es sich an die Regeln und Gesetze in Deutschland hält. Von Lohndumping kann nicht die Rede sein. Im Gegenteil, das Unternehmen stellt Langzeitarbeitslose ein und zahlt gute Gehälter in einer Region, in der das Mercedes-Benz-Werk kurz vor dem Aus steht und Arbeitsplätze rar sind.

    Zu wenig Flexibilität in Deutschland

    Tesla verweigert die Tarifbindung nicht aus Geiz, sondern weil es sich Flexibilität bewahren will. Davon gibt es in Deutschland viel zu wenig für Unternehmen. Ein Wust von Vorschriften und Gesetzen bindet viel zu viel Energie, hemmt Start-ups, verhindert Innovation – und Arbeitsplätze.

    Nicht Teslas fehlende Tarifbindung haben die deutschen Anbieter zu fürchten, sondern die gnadenlose Fixierung der Amerikaner auf das Produkt und die Kundenwünsche. Wenn die Pläne von Tesla-Chef Elon Musk aufgehen, entsteht in Berlin in vielleicht zehn Jahren ein neuer Autostandort, der es mit geplanten 44.000 Arbeitsplätzen mit Wolfsburg aufnehmen kann.

    Die Umstellung auf die Elektromobilität – und nicht Tesla – fordert eine der wichtigsten Branchen Deutschlands heraus. Den Marktführer Tesla vor der Haustür zu haben ist wie ein Geschenk. Endlich werden dem letzten Benziner-Ingenieur bei Audi oder Daimler die Augen geöffnet.

    Mehr: Politiker sorgen sich wegen Tesla um deutsche Tarifstandards.

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Die Aufregung um die fehlende Tarifbindung von Tesla ist unverständlich "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Genau - unsere Politiker sollen dafür sorgen, daß dieses für Brandenburg so wichtige Projekt nun endlich final genehmigt wird und pünktlich mit der Herstellung der Fahrzeuge und Batterien begonnen werden kann, anstatt dem Unternehmen weitere Steine in den Weg zu legen!

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