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Kommentar Die Autobauer müssen den Umweltschutz endlich ernst nehmen

BMW, Daimler und Volkswagen stehen erneut am Pranger, diesmal wegen Kartellvorwürfen. Das Thema stiefmütterlich zu behandeln wäre für die Konzerne fatal.
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Die Automobilbranche steht einmal mehr wegen der Missachtung der Umweltgesetze in der Kritik. Quelle: dpa
Autoabgase

Die Automobilbranche steht einmal mehr wegen der Missachtung der Umweltgesetze in der Kritik.

(Foto: dpa)

Die deutschen Autobauer BMW, Daimler und Volkswagen werben gleich mit mehreren Versprechen für ihre Zukunft: Mit der Einführung von Elektroautos soll der Verkehr ruhiger werden. Diese Fahrzeuge sollen fahren, ohne Schadstoffe in die Umgebung zu blasen. Und sie sollen vom Computer gesteuert unfallfrei ihren Weg zum Ziel finden. Es ist eine schöne Vision. Wirklich glaubhaft ist sie derzeit nicht.

Das Bild, das die Hersteller aktuell abgeben, ist ein anderes. Den von VW vor dreieinhalb Jahren ausgelösten Abgasskandal hat die Branche nicht überwunden. Wie Daimler und BMW mussten die Wolfsburger hunderttausend Autos in die Werkstätten zurückrufen, um die Emissionswerte im realen Betrieb nachzubessern.

Auch wenn BMW und Daimler wohl nicht so kriminell gehandelt haben, ihre Haltung zum Thema Umwelt ist doch kritisch zu betrachten. Das jedenfalls ist das Ergebnis von Ermittlungen der EU-Kommission.

Nach Ansicht der Brüsseler Kartellhüter haben die Konzerne Absprachen getroffen, um eine bessere Reinigung von Dieselabgasen zu verhindern. VW, Daimler und BMW haben per Post das Ergebnis zugeschickt bekommen, um Stellung zu beziehen. Daimler und VW sind geständig, BMW will gegen das drohende Bußgeld klagen. Dieses soll bei rund einer Milliarde Euro liegen.

Das ist zwar viel Geld, aber die öffentliche Wirkung der EU-Ermittlungen wiegt schwerer. Einmal mehr steht die Branche wegen der Missachtung der Umweltgesetze am Pranger. Und das in einer Zeit, in der der Klimaschutz an Bedeutung gewinnt.

Die Führungsmannschaften aus der Automobilindustrie wären schlecht beraten, das Thema wie in der Vergangenheit stiefmütterlich zu behandeln. Es wäre ein fatales Signal an die Kunden, die endlich saubere Autos fahren wollen.

Sprengkraft hat das Kartellthema aber auch aus einem anderen Grund: Die Entwicklung autonom fahrender E-Autos kostet Milliarden. Kein Hersteller kann diesen Kraftakt allein stemmen – auch weil die Zeit wegen strenger Umweltauflagen drängt.

Die Konzerne kooperieren daher untereinander und mit anderen Wettbewerbern. BMW und Daimler gehen diesen Weg, so auch VW und Ford. Weitere Kooperationen werden folgen. Jeder dieser Bünde muss von der EU-Kommission bewilligt werden. Sie ist das Nadelöhr. Und die Beamten dürften besonders kritisch sein, haben doch die großen drei bewiesen, dass ihnen die Umwelt zeitweilig ziemlich egal war.

Die Unternehmen sind also gut beraten, die Kartellstrafe zu akzeptieren und nach vorn zu schauen. Andernfalls werden sie die Abgasaffäre nicht überwinden können, die Kunden, Politik und Behörden gleichermaßen irritiert.

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