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Kommentar Die Autobauer sparen an der richtigen Stelle

Daimler, Ford und VW wollen massiv Stellen streichen. Nach fetten Jahren für die Autobranche stottert der Beschäftigungsmotor mittlerweile gewaltig.
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Der Abbau von Arbeitsplätzen betraf in klassischen Industriebranchen in der Vergangenheit meist nur die Fertigung. Quelle: AFP
Autoproduktion bei Ford in Dearborn

Der Abbau von Arbeitsplätzen betraf in klassischen Industriebranchen in der Vergangenheit meist nur die Fertigung.

(Foto: AFP)

Daimler will Milliarden in der Verwaltung sparen. Ford in den USA sieht ebenfalls Handlungsbedarf und streicht bis zum Sommer 7000 Bürojobs. Kürzungspläne bei Volkswagen sind zwar noch keine beschlossene Sache. Doch auch in Wolfsburg drängt der Vorstand darauf, dass in der Verwaltung kräftig gespart wird. Bis zu 7000 Arbeitsplätze stehen bei VW zur Disposition.

Der Abbau von Arbeitsplätzen betraf in klassischen Industriebranchen in der Vergangenheit meist nur die Produktion. Weil dort auch die kräftigsten Produktivitätssprünge vermutet werden. Roboter statt Menschenkraft eben. Der Anteil des Kostenfaktors Verwaltung stieg.

Jetzt haben die Autohersteller zum ersten Mal in größerem Umfang ihre Verwaltungen als Einsparziel entdeckt. Wohl völlig zu Recht. Denn die Branche hat weltweit goldene Jahre hinter sich. Seit der Finanzkrise vor einem Jahrzehnt ging es stetig aufwärts. An Sparen wollte und musste auch niemand denken. Die Unternehmen konnten Speck ansetzen. Ohne dass es störte.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Im vergangenen Jahr sind die weltweiten Verkaufszahlen zum ersten Mal wieder gesunken – und die Perspektiven für das laufende Jahr sehen nicht gut aus. Besonders schmerzlich ist die Entwicklung in China, dem größten Automarkt der Welt. Das trifft die deutschen Premiumhersteller besonders.

Es ist naheliegend, dass sich die Automobilhersteller das Einsparen von Kosten vornehmen. Zumal die technische Entwicklung mittlerweile in der Verwaltung angekommen ist. Interne Büroabläufe lassen sich digitalisieren.

Das macht nun auch die sogenannten „Teppich-Abteilungen“ zu einem lohnenswerten Sparziel. Deutliche Fortschritte in der Produktivität sind nicht auf die Bänder in der Produktion beschränkt, sondern in den Büros möglich geworden.

Eines wird damit auf jeden Fall deutlich. Die Automobilindustrie war viele Jahre Beschäftigungsmotor für die gesamte Volkswirtschaft. Damit dürfte es nun vorbei sein.

Mehr: Der große Bilanzcheck: Bei Daimler folgt auf die Rekordfahrt nun der Abwärtstrend.

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