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Kommentar Die Autoindustrie muss ihre Zusagen einhalten

Millionen Alt-Diesel werden Ende 2018 nicht auf die neue Software umgerüstet sein. Das kratzt an der Glaubwürdigkeit der Autoindustrie.
26.08.2018 - 19:48 Uhr 1 Kommentar
Jahrelang schickte die Autoindustrie mehrere Millionen Dieselautos auf die Straße, die nur auf dem Papier sauber waren. Quelle: dpa
Dieselskandal

Jahrelang schickte die Autoindustrie mehrere Millionen Dieselautos auf die Straße, die nur auf dem Papier sauber waren.

(Foto: dpa)

Als die Luft besonders dick war, fuhren die deutschen Autobosse nach Berlin. Im Beisein der Kanzlerin versprachen die Chefs von Daimler, Volkswagen und BMW schnelle Abhilfe für die von zu vielen Stickoxiden geplagten Städte. Die Manager lobten Abwrackprämien aus, um besonders dreckige Alt-Diesel gegen neue zu tauschen.

Sie spendierten Geld für einen Fonds, damit sich die Städte Elektrobusse anschaffen sollten. Und sie sagten freiwillige Softwareupdates für Millionen von Dieselmotoren zu, die dann angeblich sauberer sein sollen als vorher. Bis Ende 2018, so das Versprechen vor einem Jahr, sollte die Aktion abgeschlossen sein.

Man muss an dieser Stelle noch einmal sagen, worum es geht: Jahrelang schickte die Autoindustrie mehrere Millionen Dieselautos auf die Straße, die nur auf dem Papier sauber waren. Wenn es draußen zu kalt war oder die Umstände aus Sicht der Autoindustrie auch sonst nicht passten, wurde die Abgasreinigung einfach ausgesetzt.

Betroffen waren weniger die eigenen Kunden, sondern Fußgänger und Anwohner. Eine sehr wirksame Lobbyarbeit sorgte dafür, dass dieses Treiben nicht als illegal eingestuft wurde und keine einzige Behörde in Deutschland die Werte der Hersteller überprüfte. Erst als Verwaltungsgerichte aufgrund der Luftbelastung mit Fahrverboten drohten, lenkte die Branche ein.

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    Nun wird klar: Anders als versprochen wird die Aktion „sauberer Diesel“ Ende 2018 keineswegs abgeschlossen sein. Zwar ist von den 5,3 Millionen genannten Autos etwa die Hälfte behandelt, doch die meisten davon stammen aus dem Hause VW und mussten ohnehin per amtlichem Rückruf behandelt werden.

    Für die „freiwilligen Serviceaktionen“ der restlichen rund zwei Millionen Autos trudeln immer noch die Updates bei den Behörden ein, Freigaben gab es bislang keine. Wann die Autos in die Werkstätten kommen und wie viele Kunden an der Aktion teilnehmen, ist völlig offen. Einmal mehr testet die Autoindustrie die Geduld der Gerichte und der Politik.

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Die Autoindustrie muss ihre Zusagen einhalten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Für mich wirft diese ganze Affaire ein bezeichnendes Licht auf die Regierungskünste dieser Koalitionsregierung. Im Wahlkampf haben all diese Lügenbeutel ihr Maul sperrangelweit aufgerissen. Auf jeder Wahlkampfveranstaltung wurde hochheilig versprochen, dass Dieselfahrverbote für Städte niemals kommen werden. Hochheilig versprochen haben die Koalitionspolitiker auch hardware-Nachrüstungen, die von der Industrie bezahlt werden sollen.

      Und hinterher? Nachträglich stellt sich nun heraus, dass nicht einmal das Aufspielen neuer Software verbindlich geregelt worden ist. Weder vertraglich noch durch Gesetz. Und bei der hardware hat die Bundeskanzlerin ihren Standpunkt anscheinend diametral gewechselt, mittlerweile trägt sie die Gegenargumente der Industrie öffentlich vor. Es gilt das gebrochene Wort.

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