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Kommentar Die Autozulieferer sitzen beim Thema Software am längeren Hebel

Software ist in der Autoindustrie der Schlüssel zum Erfolg. Und ohne die Zulieferer werden die Autokonzerne bei dem Thema verloren sein.
21.07.2020 - 17:37 Uhr Kommentieren
90 Prozent aller Software in heutigen Fahrzeugen stammt von Zulieferern. Quelle: Bosch
Neue Software-Entwicklungsabteilung von Bosch

90 Prozent aller Software in heutigen Fahrzeugen stammt von Zulieferern.

(Foto: Bosch)

Alle in der Autoindustrie sind sich einig: Software ist der Schlüssel für den künftigen Erfolg. Jeder Schritt näher an den Traum vom völlig vernetzten und im Idealfall eines Tages autonom fahrenden Auto benötigt Software und immense Rechenkapazitäten. Zentrale Hochleistungsrechner sollen das ermöglichen und Dutzende Steuergeräte überflüssig machen – Tesla hat es vorgemacht.

Doch bei der Frage, wer das Autogehirn bauen soll, ist es mit der Einigkeit wieder vorbei. Deutsche Autohersteller wie Volkswagen haben quasi über Nacht Software zu ihrer Kernkompetenz erklärt, ohne dass es diesen Kern überhaupt gibt. Dafür müssen träge Konzernstrukturen aufgebrochen werden. Elon Musk hat es geschafft, mit einem vergleichsweise kleinen Kernteam eine Elektronik-Architektur rund um Hochleistungsrechner zu bauen. Das war mutig und visionär.

Das als Blaupause zu nehmen dürfte für deutsche Autokonzerne schwierig werden. So etwas wie Tesla entstammt keiner Konzernoberetage. Kaum ein angestellter Vorstandschef eines Dax-Konzerns hätte den Höllenritt des Milliardärs und Tesla-Gründers Elon Musk überlebt – ohne Rendite und mit argen Rückschlägen. Etwas weniger schwer als die Autohersteller tun sich Bosch, Continental und ZF. Bosch kennt Tesla als Kunden. Der Großkonzern weiß immerhin, wie Tesla tickt: einfach schneller.

Deshalb ist die Entscheidung von Bosch, ein Softwarehaus zu gründen, bei dem alles aus einer Hand kommt, sicher richtig. Denn es mangelt nicht an deutscher Präzision, sondern am Tempo. Software und Hardware zu verschränken könnte sogar ein Alleinstellungsmerkmal bedeuten. Die Entwickler müssen den neuen Geist allerdings mit Leben füllen – entweder in einer eigenen Geschäftseinheit wie bei Bosch oder ohne wie bei Continental und ZF.

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    Die Ausgangslage der Zulieferer ist gut. Sie haben Tausende Softwareentwickler, weil 90 Prozent aller Software in heutigen Fahrzeugen von Zulieferern stammt. Ihre Software-Entwicklungspower könnte in der Industrie zum mächtigen Faktor werden. Wenn die Software der neue Hebel in der Industrie ist, dann ist sie auch der „Gamechanger“, den es so vorher nicht gab. Das wird die Autozulieferer mehr als nur auf Augenhöhe mit den Autoherstellern bringen.

    Softwareunternehmen wie SAP mutieren immer mehr zu Beratern ihrer Kunden. Auf diesen Weg begeben sich gerade die Autozulieferer. Und eines sollte allen Autoherstellern klar sein: Ohne die Zulieferer sind sie beim Thema Software verloren. Die deutschen Autokonzerne sollten ihre gewohnten Eitelkeiten ablegen.

    Denn ihre wirklichen Konkurrenten beim Rennen um das Gehirn des Autos sind nicht die Zulieferer, sondern die Internetgiganten, die mit noch viel größerer Power ins Auto drängen – zur Not eben in französische oder amerikanische. Und das kann sehr ungemütlich werden. Google und Apple sind es gewohnt, den Markt zu bestimmen. Sie warten nicht, bis jeder deutsche Konzern seine eigene Software fertig entwickelt hat.

    Mehr: Bosch will das Auto der Zukunft programmieren

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