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Kommentar Die Bahn sollte den Streik nicht weiter eskalieren lassen

Die Beschäftigten nutzen den Personalmangel der Bahn, um eine Lohnerhöhung durchzusetzen. Sie sitzen am längeren Hebel, die Bahn sollte einlenken.
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Bahnstreik legt Berusverkehr lahm – „Das sind einfach überzogene Forderungen“

So heftig wie am Montagmorgen hatte es die Deutsche Bahn schon lange nicht mehr erwischt. Die Eisenbahnergewerkschaft EVG hatte zum Warnstreik aufgerufen, nachdem sie die Tarifverhandlungen am Wochenende abgebrochen hatte. Den Eisenbahnern reichte das Angebot des Vorstandes nicht, die Löhne und Gehälter um 2,5 beziehungsweise 2,6 Prozent in den kommenden beiden Jahren zu erhöhen. 

Die EVG setzte ihre streikbereiten Mitglieder so geschickt ein, dass die Deutsche Bahn gleich den Fernverkehr komplett einstellte. Auch im Regionalverkehr sah es vielerorts nicht besser aus.

Da werden Erinnerungen wach an die Streikwelle der Lokführer vor drei Jahren, als die Bahn monatelang immer wieder außer Gefecht gesetzt wurde. Allerdings: Noch ist die Konkurrenzgewerkschaft EVG im Warnstreikmodus. Noch droht kein Verkehrschaos zur Jahreswende. Das allerdings könnte sich schnell ändern, wenn der Vorstand nicht bereit ist, noch einmal deutlich nachzulegen.

Leicht wäre es jetzt, den Eisenbahnergewerkschaften den schwarzen Peter zuzuschieben, die übereinstimmend 7,5 Prozent mehr Gehalt fordern plus diverser Nebenbedingungen für Arbeitszeiten, Altersvorsorge und so weiter. Eindeutig zu dick aufgetragene Forderungen aus Sicht des Vorstands der Deutschen Bahn, der gerade erst eine Sparrunde eingeleitet hat.

Eindeutig aber nachvollziehbar aus Sicht der Arbeitnehmer, die jetzt ihr Chance sehen, den massiven Personalbedarf der Bahn zu ihren Gunsten auszunutzen. Denn für den Mangel an Lokführern, Zugbegleitern oder Stellwerkspersonal können die Eisenbahner am wenigsten. Das ist eine Folge der Personalpolitik des Managements.

Dass ausgerechnet der streitbare Oberlokführer Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft GDL, seine Kollegen von der EVG daran erinnert, dass sich die Bahn gerade in einer schwierigen Lage befindet, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Noch nie hat sich die GDL um die Lage des Staatskonzerns Bahn geschert.

Tatsache ist aber, Streiks treffen die Bahn zur Unzeit. Die Qualitätsmängel erreichen gerade Spitzenwerte, die Verspätungen auch. Muss eine Gewerkschaft darauf Rücksicht nehmen? Muss sie nicht. Jedenfalls solange wir uns noch im Warn-Modus befinden.

Es besteht Hoffnung, dass Vorstand und Gewerkschafter sich noch einigen werden. Weil auch das Management kein Interesse daran hat, die Lage zu eskalieren. Da wird es effektiver sein, die Kosten eines Streiks in einen akzeptablen Tarifabschluss zu investieren.

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