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Kommentar Die Banken haben genug über die Minuszinsen gejammert

Deutschlands Banken wollen nicht mehr so viel über die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank klagen. Warum das eine ziemlich gute Idee ist.
25.11.2019 - 19:02 Uhr Kommentieren
Wegen ihrer Minuszinspolitik wurde die Notenbank für viele Banken zum Feindbild. Quelle: dpa
Gebäude der Europäischen Zentralbank im Dämmerlicht

Wegen ihrer Minuszinspolitik wurde die Notenbank für viele Banken zum Feindbild.

(Foto: dpa)

Frankfurt Es war durchaus eine kleine Überraschung: Als Karl von Rohr, der Vizechef der Deutschen Bank, jüngst auf einem großen Frankfurter Bankenkongress auftrat, gab er sich ausgesprochen kämpferisch.

Zu dieser Vorwärtsstrategie gehörte auch die Aussage, dass die Banken aufhören sollten, über die Minuszinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zu jammern. Stattdessen sollten sie die ultralockere Geldpolitik der Notenbank lieber als Ansporn zur dringend notwendigen Entwicklung neuer Strategien und Geschäftsmodelle verstehen.

Ein paar Tage später waren von Commerzbank-Chef Martin Zielke ganz ähnliche Worte zu hören. Statt sich permanent über Risiken und Nebenwirkungen zu beschweren, sollten die Geldhäuser lieber über Chancen und Wachstumsinitiativen sprechen, forderte der Banker.

Zielke und von Rohr haben recht. Natürlich ist das Umfeld für die deutschen Banken miserabel, und natürlich spielt die Minuszinspolitik der Notenbank dabei eine zentrale Rolle. Aber Jammern ändert nichts an dieser Politik.

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    Außerdem: Wer die Geldpolitik der EZB grundsätzlich infrage stellt, muss sich die Frage gefallen lassen, wie denn die Alternative aussehen würde.

    Trotz der Fortschritte der vergangenen Jahre ist der Euro noch immer ein fragiles Gebilde. Ein Auseinanderbrechen der Währungsunion wäre für die Banken die deutlich unerfreulichere Alternative im Vergleich zu den Minuszinsen.

    Neben diesem Sachargument gibt es aber noch einen weiteren Grund, um die lautstarke Dauerkritik an der EZB einzustellen: Die hochemotionale Debatte um Strafzinsen für Privatanleger hat jede Menge Populisten und Verschwörungstheoretiker auf den Plan gerufen.

    Wer die Politik der Notenbank pauschal verurteilt, begibt sich wohl oder übel in die Nähe dieser insgesamt doch eher dubiosen Klientel. Das sollte vermieden werden, auch wenn differenzierte und intelligente Kritik am Kurs der EZB weiterhin ihre Berechtigung hat.

    Mehr: Kredit aufnehmen und Geld dafür bekommen? KfW will Negativzinsen weitergeben

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