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Kommentar Die Banken müssen das Thema Nachhaltigkeit nüchterner angehen

Beim Thema Umweltschutz und Sozialverträglichkeit sollten sich die Banken das Pathos sparen und zeigen, wo die Grenzen ihres Engagements liegen.
19.05.2020 - 17:29 Uhr Kommentieren
Tatsächlich wäre es für eine globale Großbank im Moment sehr schwer, nur mit Unternehmen mit makellosem Öko-Zeugnis zusammenzuarbeiten. Quelle: AP
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt

Tatsächlich wäre es für eine globale Großbank im Moment sehr schwer, nur mit Unternehmen mit makellosem Öko-Zeugnis zusammenzuarbeiten.

(Foto: AP)

Das Muster ist inzwischen hinlänglich bekannt: Eine Bank, in diesem Fall die Deutsche Bank, kündigt „aus tiefer Überzeugung“ an, sich künftig sehr viel stärker dem wichtigen Thema Nachhaltigkeit zu widmen. Ein paar Tage später meldet sich eine Umweltschutzorganisation zu Wort, in diesem Fall Urgewald, und warnt, dass die Bank sich jede Menge Schlupflöcher offenlässt und diese auch weidlich ausnützt, um weiterhin Geschäfte mit Kohle und anderen fossilen Umweltkillern machen zu können.

Die Bank antwortet dann, dass es verkehrt wäre, die Beziehungen zu allen Umweltsündern abzubrechen. Viel besser sei es, sanften Druck auf die Problemkunden auszuüben und sie auf den Weg der Besserung zu führen.

Tatsächlich wäre es für eine globale Großbank im Moment sehr schwer, nur mit Unternehmen mit makellosem Öko-Zeugnis zusammenzuarbeiten. Außerdem haben inzwischen wahrscheinlich die meisten Bankvorstände begriffen, dass der Trend zur Nachhaltigkeit sich nicht aufhalten lässt und sogar gut fürs Geschäft ist. Allein deshalb dürfte für die Mehrheit der Banken die neue Ökobegeisterung mehr als nur ein Lippenbekenntnis sein.

Allerdings sind die Banken zum großen Teil auch selbst schuld an der herben Kritik, die sie regelmäßig einstecken müssen. Die Geldhäuser sollten sich das Pathos und das PR-Geklingel sparen, mit denen sie ihre Nachhaltigkeitsoffensiven regelmäßig orchestrieren.

Stattdessen sollten sie klar und transparent darüber informieren, auf welche Geschäfte sie wie schnell verzichten wollen und auf welche nicht. Noch immer muss man viel zu oft im Kleingedruckten suchen, um herauszufinden, wie grün die Geldhäuser nun wirklich werden wollen und welche Ausnahmen sie machen.

Beim Thema Nachhaltigkeit bietet jede größere internationale Bank noch reichlich Angriffsflächen. Deshalb wären ein bisschen mehr Bescheidenheit und deutlich mehr Offenheit keine schlechte Sache. Wer transparent kommuniziert, wo die eigenen Grenzen liegen, muss sich später nicht als scheinheilig beschimpfen lassen.

Mehr: Die Deutsche Bank schwächelt im Handel mit Bundesanleihen

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