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Kommentar Die Banken profitieren indirekt von Staatshilfen

Während der Pandemie waren die Banken Teil der Lösung und nicht Teil des Problems. Das ist aber allenfalls teilweise ihr Verdienst.
20.07.2021 - 17:15 Uhr Kommentieren
Die Banken haben die Pandemie besser als befürchtet überstanden - auch weil sie massiv von den staatlichen Hilfen zur Stützung der Unternehmen profitiert haben. Quelle: dpa
Die Frankfurter Banken-Skyline

Die Banken haben die Pandemie besser als befürchtet überstanden - auch weil sie massiv von den staatlichen Hilfen zur Stützung der Unternehmen profitiert haben.

(Foto: dpa)

Die Zahlen sind beeindruckend. Als erste europäische Großbank hat am Dienstag die Schweizer UBS ihr Zahlenwerk für das zweite Quartal präsentiert, und mit zwei Milliarden Dollar fiel der Nettogewinn deutlich höher als erwartet aus. Die Zahlen passen ins Bild, bereits die großen US-Banken konnten ziemlich ansprechende Zwischenergebnisse vorlegen.

Allein die Nummer eins unter den Wall-Street-Häusern, JP Morgan, steigerte im Jahresvergleich den Gewinn um das Zweieinhalbfache auf rund zwölf Milliarden Dollar. Diese Vorgaben stimmen auch für die deutschen Großbanken verhalten optimistisch, selbst wenn Commerzbank und Deutsche Bank noch immer mitten in der Sanierung stecken.

Über ein Jahr nach Ausbruch der Coronakrise ist damit weitgehend klar, dass die Banken ihr Versprechen erfüllt haben, dieses Mal Teil der Lösung und nicht Teil des Problems zu sein. Aber das ist kein Anlass für die Manager, sich auf die Schulter zu klopfen. Denn die Banken haben die Pandemie nicht (nur) aus eigener Kraft bewältigt.

Die Geldhäuser profitierten massiv von den gigantischen staatlichen Rettungspaketen, dank denen die befürchtete Welle von Unternehmenspleiten bislang ausgeblieben ist. Die Hilfsprogramme für gefährdete Unternehmen waren indirekt auch Hilfsprogramme für die Banken – auch wenn Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing jetzt vor der „Droge“ Staatsgeld warnt. Durch die Stützungspakete blieb die Welle von faulen Krediten, vor der die Aufseher lange gewarnt hatten, bislang aus.

Natürlich ist die Coronakrise noch nicht ausgestanden, und natürlich werden die Langfristfolgen der Pandemie nicht spurlos an den Banken vorübergehen. Aber die Schäden werden sich aller Voraussicht nach auf einen längeren Zeitraum verteilen und sollten dadurch für die Geldhäuser ohne größere Verwerfungen verkraftbar sein.

US-Banken konnten Reserven auflösen

Diesen Effekt muss man beim Blick auf die guten Quartalszahlen berücksichtigen, dadurch verblasst der Glanz der Milliardengewinne zumindest zum Teil. Denn gerade bei den US-Banken erklärt sich der Geldsegen zu einem guten Stück dadurch, dass die Institute ihre in der Coronakrise gebildeten Reserven für ausfallbedrohte Kredite weitgehend auflösen konnten.

Die Deutsche Bank darf sich übrigens nicht auf diesen Effekt verlassen, wenn sie am 28.Juli ihre Quartalszahlen vorlegt. Die Frankfurter haben während der Coronakrise deutlich weniger Geld für ausfallgefährdete Darlehen zurückgelegt als viele Konkurrenten. Deshalb kann die Deutsche Bank jetzt auch weniger Reserven auflösen.

Mehr: Wie die Credit Suisse verhindern will, zum Übernahmekandidaten zu werden

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