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Kommentar Die Banken sind bei den riesigen Transaktionen der Firmenjäger der Schwachpunkt

Für die von den Finanzinvestoren ausgerufenen Mega-Deals braucht es auch starke Geldhäuser. Ob diese Rechnung im nächsten Jahr aufgeht, ist fraglich.
08.12.2020 - 12:07 Uhr Kommentieren
Viele europäische Geldhäuser haben immer noch eine recht dünne Kapitaldecke. Quelle: dpa
Skyline Frankfurt

Viele europäische Geldhäuser haben immer noch eine recht dünne Kapitaldecke.

(Foto: dpa)

Private Equity boomt auch – oder gerade – in der Krise. Der Anlagedruck von Pensionskassen, Family Offices und anderen institutionellen Investoren spielt den Beteiligungshäusern in die Hände. Sie können im Moment gar nicht so viel Geld ausgeben, wie sie einsammeln – und hoffen nun, dass sich 2021 neue Chancen auftun.

Sei es, weil weitere Konzernabspaltungen anstehen oder weil Unternehmen durch die Pandemie in Schieflage geraten sind und einen starken Investor brauchen. Fast alle Studien und Prognosen, die derzeit die Runde machen, sagen im wahrsten Sinne goldene Zeiten für die Branche voraus.

Das mag in großen Teilen stimmen. Die mittelgroßen Transaktionen laufen wahrscheinlich von allein, wenn ein potenter Eigenkapitalgeber um die Ecke kommt. Schwierig könnte es aber bei den Megadeals werden, bei denen es auch schon mal um zweistellige Milliardenbeträge geht. Auch von diesen Deals sehen Advent, EQT, KKR und Co. einige in der Pipeline.

Zur Wahrheit gehört aber, dass hier bei der Finanzierung oft und gern Banken als Fremdkapitalgeber mit an Bord genommen werden, um das eigene Risiko zu begrenzen. Und genau hier liegt das Problem: Die Banken könnten im nächsten Jahr als verlässliche starke Partner ausfallen.

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    Das wäre dann der Fall, wenn sich andere Kreditrisiken in den Bankbilanzen in signifikanter Größenordnung manifestieren – wenn also sehr viele Verbraucher- und Firmendarlehen auf einmal ausfallen.

    Sollte die dafür gebildete Risikovorsorge nicht ausreichen, tun sich schnell Löcher auf – die von der EZB angestoßene Diskussion um eine drohende Bankenkrise lässt grüßen.

    Die US-Banken strotzen vor Kraft. Viele europäische Geldhäuser dagegen haben immer noch eine recht dünne Kapitaldecke und dürften im Ernstfall die Schotten dichtmachen. Denn in einem angespannten Bankenmarkt ist völlig unklar, welche großen Kredittranchen sich überhaupt noch ohne Verluste weiterverkaufen lassen.

    Grafik

    Die Aufzugsparte von Thyssen-Krupp im Frühjahr war einer dieser Deals, bei denen die Kräfte gebündelt wurden: Für rund 17 Milliarden Euro bekam ein Konsortium um Advent und Cinven den Zuschlag. Aber mehr als die Hälfte des Geldes kam am Ende von den Banken.

    Advent argumentiert, die Finanzierung sei ein Eisbrecher im Markt gewesen, der Weg für Transaktionen in ähnlichen Größenordnungen sei damit frei. Befürchtete Syndizierungsverluste habe es „trotz aller Unkenrufe“ nicht gegeben.  

    Ob Megadeals auch im kommenden Jahr nach diesem Muster gestrickt werden können, das muss sich erst noch zeigen. Vielleicht haben die Banken dann ganz andere Sorgen. Und Private Equity muss dann entweder tiefer in die eigene Tasche greifen – oder sich nach Alternativen wie privaten Kreditfonds umschauen.

    Mehr: Investoren erwarten trotz Corona zweistellige Renditen in Private-Equity-Fonds.

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