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Kommentar Die Banken sollten in der Coronakrise ihr Kapital zusammenhalten

Die Folgen der Pandemie für die Geldhäuser lassen sich noch nicht abschätzen. Dividendenzahlungen sind daher keine besonders gute Idee.
02.11.2020 - 17:26 Uhr Kommentieren
Die Devise „Haltet euer Kapital zusammen, verzichtet auf Dividenden und Aktienrückkäufe“, die die Aufseher ausgegeben haben, bleibt weiter gültig. Quelle: Reuters
HSBC in London

Die Devise „Haltet euer Kapital zusammen, verzichtet auf Dividenden und Aktienrückkäufe“, die die Aufseher ausgegeben haben, bleibt weiter gültig.

(Foto: Reuters)

Die spanische Großbank Santander will es, und die britische HSBC will es ebenfalls. Die beiden Geldhäuser würden gerne wieder Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten. Dumm nur, dass die Bankenaufseher in der Euro-Zone und die Bank of England die großen Geldhäuser vorerst dazu verurteilt haben, ihr Kapital zusammenzuhalten und auf Dividenden zu verzichten.

Dass dieses Ausschüttungsverbot zu Beginn der Coronakrise Sinn gemacht hat, bezweifeln die wenigsten. Schließlich war die Bankenwelt damals voller unkalkulierbarer Risiken. Niemand wusste, ob und wie schnell die Pandemie eine Pleitewelle nach sich ziehen würde, die in Form fauler Kredite auch die Banken hätte in Not bringen können.

Aber jetzt? Haben die Banken nicht bewiesen, dass sie dieses Mal Teil der Lösung und nicht Teil des Problems sind? Fielen die meisten Zwischenergebnisse für das dritte Quartal nicht grundsolide aus, und geht die Risikovorsorge im Kreditgeschäft nach einem steilen Ausbruch nach oben nicht schon wieder deutlich zurück?

All diese Argumente sind richtig, und sie sprechen dafür, das generelle Dividendenverbot aufzuheben – und dennoch wäre es dafür zu früh. Denn am entscheidenden Problem hat sich nichts geändert: Die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise für die Banken lassen sich noch immer nicht seriös abschätzen. Vielleicht können die Risikomanager die Gefahren nach den Erfahrungen der vergangenen acht Monate etwas besser überblicken als im Frühjahr, aber eben nur etwas besser.

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    Für den Rest dieses Jahres halten die meisten Banken an ihren Prognosen für die Risikovorsorge fest. Darüber hinaus herrscht weiter die große Ungewissheit. Klar ist nur, dass sich die Coronakrise zu einem chronischen Problem entwickelt hat, dessen Lösung uns viel länger beschäftigen wird als prognostiziert. Damit bleibt die Devise „Haltet euer Kapital zusammen, verzichtet auf Dividenden und Aktienrückkäufe“, die die Aufseher ausgegeben haben, weiter gültig.

    Natürlich ist ein Dividendenverbot ein harter Eingriff in den Markt und in die Eigentumsrechte. Aber auf der anderen Seite sind die Aufseher den Banken mit Erleichterungen bei der Regulierung in den vergangenen Monaten sehr weit entgegengekommen. Eigentlich müsste den Instituten klar sein, dass es diese sinnvollen Erleichterungen nicht zum Nulltarif geben kann.

    Der Internationale Währungsfonds hat einige Szenarien für den weiteren Verlauf der Pandemie und die wirtschaftlichen Folgen entwickelt. Im pessimistischsten dieser Szenarien würden den Banken weltweit 420 Milliarden Dollar an Kapital fehlen, um die aktuellen Vorgaben der Regulierer zu erfüllen. So schlimm muss es nicht kommen. Aber bislang hat sich die Coronakrise nur sehr selten durch positive Überraschungen ausgezeichnet.

    Mehr: EZB warnt vor faulen Krediten in Billionenhöhe

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