Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Die Belastung des Mittelstands durch hohe Stromkosten darf Altmaier nicht kaltlassen

Der industrielle Mittelstand finanziert den Löwenanteil der Energiewende. Mit Stromkostenentlastungen könnte Altmaier zeigen, dass er ihn ernst nimmt.
Kommentieren
In den vergangenen Monaten hat der Wirtschaftsminister mit seinen Vorschlägen zur Industriepolitik Wirbel ausgelöst. Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa
Peter Altmaier

In den vergangenen Monaten hat der Wirtschaftsminister mit seinen Vorschlägen zur Industriepolitik Wirbel ausgelöst.

(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Es gibt in Deutschland Unternehmen, die mit den Strompreisen keine echten Probleme haben. Das sind entweder Unternehmen, deren Stromkosten sich, gemessen an der Bruttowertschöpfung, im unteren einstelligen Prozentbereich bewegen.

Oder es sind die ganz großen, energieintensiven Industrieunternehmen, die – überwiegend völlig gerechtfertigt – von einer Reihe von Ausnahmen profitieren, etwa Entlastungen bei den Netzentgelten oder bei der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Doch dazwischen klafft eine riesige Lücke. Es geht um Zehntausende Unternehmen des industriellen Mittelstands. Sie genießen keine Vergünstigungen oder Privilegien, sie trifft die Last der Steuern, Abgaben und Umlagen mit voller Wucht. So zahlen etwa 95 Prozent der Industrieunternehmen die volle EEG-Umlage. Es geht dabei um Lasten, die Wettbewerber aus dem Ausland oftmals nicht kennen – jedenfalls nicht in dieser Höhe.

Diese Unternehmen finanzieren – wie natürlich auch die privaten Haushalte – den Löwenanteil der Energiewende. Sie zahlen für den Ausbau der erneuerbaren Energien, der über weite Strecken ineffizient und teuer war. Und sie zahlen für den Ausbau der Netze.

Die Netzentgelte steigen aufgrund von politischen Entscheidungen, die man durchaus hinterfragen kann. Die Erdverkabelung neuer Stromautobahnen etwa wird zweistellige Milliardenbeträge verschlingen.

Warum der industrielle Mittelstand für politische Experimente und Fehlentscheidungen über den Strompreis zur Kasse gebeten werden soll, erschließt sich nicht. Es spricht viel dafür, das gesamtgesellschaftliche Großprojekt Energiewende zumindest zum Teil aus Haushaltsmitteln zu bezahlen.

In den vergangenen Monaten hat Wirtschaftsminister Peter Altmaier mit seinen Vorschlägen zur Industriepolitik Wirbel ausgelöst. Mit Entlastungen beim Strompreis könnte er nun zeigen, dass er es mit guten Rahmenbedingungen für die Industrie wirklich ernst meint.

Startseite

Mehr zu: Kommentar - Die Belastung des Mittelstands durch hohe Stromkosten darf Altmaier nicht kaltlassen

0 Kommentare zu "Kommentar: Die Belastung des Mittelstands durch hohe Stromkosten darf Altmaier nicht kaltlassen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote