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Kommentar Die Besetzung des Bankenpräsidenten zeigt die Misere der deutschen Geldhäuser

Der neue Präsident des BdB ist ein alter Bekannter – aber nur vorübergehend. Die mühsame Suche bildet die Probleme der heimischen Finanzinstitute ab.
12.08.2020 - 18:34 Uhr Kommentieren
Noch findet der Top-Banker nicht genügend Zeit, um die Präsidentschaft des Bundesverbandes deutsche Banken zu übernehmen. Im kommenden Jahr könnte sich das ändern. Quelle: Reuters
Christian Sewing, Chef der Deutschen Bank

Noch findet der Top-Banker nicht genügend Zeit, um die Präsidentschaft des Bundesverbandes deutsche Banken zu übernehmen. Im kommenden Jahr könnte sich das ändern.

(Foto: Reuters)

Es gibt mit Sicherheit größere Vergnügen, als mitten in der Sommerpause einen neuen Präsidenten für den Bundesverband deutscher Banken (BdB) zu suchen. Nötig wurde die heikle Personalsuche in der Urlaubssaison, weil der bisherige Präsident Martin Zielke überraschend seinen Brotjob als Vorstandschef der Commerzbank hingeworfen hatte.

Zwar wird Zielke die Bank wahrscheinlich noch ein paar Monate weiter führen. Aber als Vorstandsvorsitzender auf Abruf hat er als Cheflobbyist für die privaten Banken jede Durchschlagskraft verloren.

Am Ende haben die Verbandsgranden die Nachfolgefrage mit einem interessanten Kompromiss gelöst: Der neue Präsident wird ein alter Bekannter sein. Zielkes Vorgänger Hans-Walter Peters wird den Job ab sofort noch einmal für ein paar Monate übernehmen. Im kommenden Frühjahr soll der Chef der Hamburger Berenberg Bank die Aufgabe, wenn alles gut geht, dann an Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing übergeben, so ist es zumindest in gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu hören.

Peters ist mit Sicherheit keine schlechte Wahl. Von 2016 bis 2020 hat der 65-Jährige bewiesen, dass er Bankenpräsident kann und dass er Spaß an dem Job hat. Aber die komplexe Konstruktion der Nachfolgelösung zeigt auch, welch trauriges Bild die deutschen Großbanken noch immer abgeben.

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    Commerzbank und Deutsche Bank sind eigentlich die dominierenden Kräfte im BdB. Und eigentlich müsste gerade jetzt in der Coronakrise, die den Strukturwandel in der Branche noch einmal beschleunigt, eine der beiden Banken die Führung des Verbands übernehmen. Aber dazu sind die Frankfurter Geldhäuser leider nicht in der Lage. Martin Zielke kann den Job nicht mehr machen, und sein noch zu bestimmender Nachfolger muss erst einmal einen Sanierungsplan für die Commerzbank entwerfen und umsetzen.

    Da bleibt keine Zeit für Lobbyarbeit, so wichtig sie für die Branche auch gerade wäre. Christian Sewing hat ebenfalls erst einmal abgewinkt, weil er sich richtigerweise Vollzeit um den Umbau der Deutschen Bank kümmern will. Beide Großbanken sind also indisponiert, wenn es darum geht, einen neuen BdB-Präsidenten zu stellen, weil sie auch zwölf Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise noch immer alle Hände voll zu tun haben, sich an die neuen Realitäten anzupassen.

    Aber die komplexe Suche sorgt auch für einen kleinen Lichtblick. Offenbar traut sich Sewing zu, die Deutsche Bank bis zum kommenden Frühjahr so weit auf den richtigen Weg zu bringen, dass er dann genügend Zeit findet, um Peters abzulösen. Wenn es wirklich so käme, wäre das eine ausgesprochen gute Nachricht – vor allem für die Deutsche Bank.

    Mehr: Santander ist womöglich nur der Anfang: Gefahr im Verzug für Europas Banken

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