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Kommentar Die Bilanz der erneuerbaren Energien trügt

Der Strom aus erneuerbaren Quellen wird wichtiger, aber nicht verlässlicher. Ohne Kohle, Gas und Atomkraft wäre die Versorgung zusammengebrochen.
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Obwohl der Anteil an der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien immer größer wird, ist der Versorgungssicherheit durch sie nicht gewährleistet. Quelle: dpa
Windräder zur Erzeugung von Strom

Obwohl der Anteil an der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien immer größer wird, ist der Versorgungssicherheit durch sie nicht gewährleistet.

(Foto: dpa)

Wer wollte es der Energiebranche verdenken, dass sie den Siegeszug der Erneuerbaren feiert. Im vergangenen Jahr habe der Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen mit 35 Prozent gleichauf gelegen mit dem Anteil des Stroms aus Kohlekraftwerken, teilte der Branchenverband BDEW kürzlich mit.

Das Jahr 2018 war also wieder ein voller Erfolg für die Betreiber von Anlagen zur Stromerzeugung mittels Wind, Sonne, Wasser und Biogas.

Doch der Schein trügt. Ein Blick auf die Erzeugungsdaten des Monats Dezember 2018 verdeutlicht das. Die Sonnenstromproduktion war in der eher trüben Vorweihnachtszeit über weite Strecken kaum relevant. Mitte Dezember gab es zudem einige Tage mit sehr geringer Windstromerzeugung.

Ohne Kohle, Gas und auch Atomkraft wäre die Stromversorgung zusammengebrochen. Hilfe aus dem Ausland wäre nur sehr eingeschränkt möglich gewesen. Denn in den Nachbarstaaten war Strom über weite Strecken knapp. Europäische Solidarität endet immer dann, wenn die Gefahr besteht, dass im eigenen Land die Lichter ausgehen.

Wenn die jährliche Energiebilanz für die Erneuerbaren von Jahr zu Jahr positiver ausfällt, so fußt diese Feier auf einer sehr einseitigen Betrachtung der reinen Produktionsmengen. Über den Beitrag der Erneuerbaren zu einer verlässlichen Stromversorgung ist damit wenig gesagt.

Man mag sich eine schönere Welt wünschen, aber ohne fossile Kraftwerke als Back-up-Lösung geht es nicht. Nur sie können dafür sorgen, dass zu jeder Sekunde eines Jahres ausreichend Strom erzeugt wird.

Das wird sich auch dann nicht nennenswert ändern, wenn die Bundesregierung ihr Ziel erreichen sollte, den Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung bis 2030 auf 65 Prozent zu steigern. Fallen Windflaute und schwache Solarstrom-Ausbeute zusammen, müssen die Fossilen in die Bresche springen – und sei die Jahresbilanz der Erneuerbaren auch noch so positiv.

Es zeichnet sich keine brauchbare Lösung für dieses Problem ab. Wer Deutschland über eine Dunkelflaute – also eine Phase ohne nennenswerte Wind- und Sonnenstromproduktion – retten will, ist auf fossile Kraftwerke angewiesen. Solche Phasen gibt es immer wieder, und sie können gut und gerne zwei Wochen andauern.

Kostengünstige Stromspeicher, mit denen man in großem Stil Strom aus wind- und sonnenreichen Tagen auffangen könnte, sind nicht in Sicht. Die Politik leistet auch keinen großen Beitrag dazu, daran etwas zu ändern.

Die Anreize für die Betreiber von Windrädern oder Photovoltaikanlagen, sich systemdienlich zu verhalten, sind viel zu schwach. Sich Jahr für Jahr an der erzeugten Strommenge zu berauschen, hilft niemandem.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Die Bilanz der erneuerbaren Energien trügt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Der Strom aus erneuerbaren Quellen wird wichtiger"
    Ungefaehr genauso, wie das Fahrrad wichtiger wird, wenn einem das Auto weggenommen wird.

    "Erneuerbare Energien" sind ueberfluessig wie ein Kropf.

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