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Kommentar Die Biotech-Expansion bleibt für Fresenius ein Wagnis

Der Markt der sogenannten Biosimilars birgt für den Dax-Konzern noch viele Unwägbarkeiten. Das Management von Fresenius ist jetzt besonders gefragt.
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Der Einstieg des Gesundheitskonzerns in Biosimilars könnte zu spät gekommen sein. Quelle: Reuters
Fresenius-Zentrale in Bad Homburg

Der Einstieg des Gesundheitskonzerns in Biosimilars könnte zu spät gekommen sein.

(Foto: Reuters)

Vor knapp zwei Jahren gab der Gesundheitskonzern Fresenius den Einstieg in den vielversprechenden Markt der Biotech-Nachfolgeprodukte, sogenannte Biosimilars, bekannt – mit dem Kauf des entsprechenden Portfolios von Merck Darmstadt.

Für Fresenius, das bereits auf kompliziert herzustellende Generika spezialisiert ist, ein strategisch richtiger Schritt, versprechen doch die Patentabläufe der großen Biotechprodukte milliardenschwere Wachstumsmärkte für Generika.

Heute muss sich Fresenius aber ernsthaft fragen, ob das Unternehmen nicht zu spät in den Markt eingestiegen ist. Die Zulassung für das erste Produkt der Bad Homburger, ein Nachfolgepräparat des weltweit mit fast 20 Milliarden Dollar umsatzstärksten Medikaments Humira mit dem Wirkstoff Adalimumab steht zwar in Europa kurz bevor. Aber der Markt ist in vielen Ländern bereits weitgehend verteilt.

In Deutschland etwa haben sich seit dem Ablauf des europäischen Patents von Humira im Oktober 2018 vier Anbieter fest etabliert und bestreiten bereits 40 Prozent des Absatzes.

Das liegt zum einen an dem hohen Preisnachlass von fast 40 Prozent gegenüber dem Original, den die Anbieter der Nachfolgeprodukte bieten. Zum anderen zeigt die hohe Quote eine gestiegene Akzeptanz in der Ärzteschaft. Aber wenn die Ärzte nun schon zwischen vier verschiedenen Adalimumab-Varianten entscheiden können, warum sollten sie dann eine fünfte wählen?

Fresenius muss also einen zusätzlichen Nutzen bieten. Etwa eine für die Patienten besonders komfortable Darreichungsform der Spritze. Oder Fresenius muss mit einem noch größeren Preisnachlass als die Wettbewerber in den Markt gehen. Das aber schmälert die Einnahmen beim Multi-Millionen-Engagement Adalimumab.

So oder so muss das Fresenius-Management jetzt beweisen, wie gut es Märkte gestalten kann, denn bis zum Humira-Patentablauf im weltgrößten Markt USA 2023 dauert es zu lange, um darauf zu warten.

Mehr: Fresenius hat am Mittwoch die Zahlen vorgelegt. Worauf es bei der Bilanz zu achten gilt, hat die Handelsblatt-Autorin Maike Telgheder aufgeschrieben.

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