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Kommentar Die Börse hält Wirecard zu lange im Dax fest

Der Zahlungsdienstleister Wirecard wird erst zwei Monate nach seinem Insolvenzantrag aus dem Dax verbannt werden. Die Deutsche Börse klammert sich an Formalien.
13.08.2020 - 11:26 Uhr Kommentieren
Nach langem Hin und Her hat der Börsenbetreiber eine neue Regel für die Indizes der Dax-Familie beschlossen. Quelle: dpa
Zentrale der Deutschen Börse in Eschborn

Nach langem Hin und Her hat der Börsenbetreiber eine neue Regel für die Indizes der Dax-Familie beschlossen.

(Foto: dpa)

Regeln sind eine gute Sache. Sie geben Sicherheit und schützen vor unangenehmen Überraschungen. Doch Regeln machen Entscheidungen mitunter auch viel zu langsam und zu bürokratisch. Genau das ist das Problem der Deutschen Börse mit dem Rausschmiss von Wirecard aus dem Dax.

Vor sieben Wochen hat der Zahlungsdienstleister, der seine Geschäftszahlen mutmaßlich jahrelang geschönt hat, einen Insolvenzantrag gestellt. Doch bei Insolvenzfällen waren die Regeln der Börse nicht ausgefeilt.

Erst Mitte Juli startete die Börse dazu eine dreiwöchige Umfrage – Marktkonsultation genannt – unter institutionellen und privaten Anlegern. Wenig überraschend fanden die es mit überwältigender Mehrheit nicht so toll, dass ein Pleitekonzern im Eliteindex notiert.

Geändert hat die Börse die Regeln erst jetzt – knapp eine Woche nach dem Ende der Marktkonsultation. Die Folgen gibt der Börsen- und Indexbetreiber erst in der kommenden Woche offiziell bekannt, und aus dem Dax entfernt wird Wirecard erst am 24. August.

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    Börse sorgt für Restunsicherheit

    Damit sorgt die Börse unter Investoren, die sich nicht ganz genau mit den Regeln auskennen, für Restunsicherheit. Anhand der Regularien für Dax-Aufsteiger ist indes klar, dass Wirecard aus dem Dax ab- und dafür der Essenlieferant Delivery Hero in den Dax aufsteigt.

    Das Festhalten an Formalien schadet dem Ruf des deutschen Blue-Chip-Indexes, der international im Fokus steht. Und es ist unnötig: Der Indexbetreiber Stoxx, der seit fünf Jahren ebenfalls zur Deutschen Börse gehört, hat Wirecard zwei Tage nach dem Insolvenzantrag aus dem europäischen Index Stoxx Europe 600 entfernt. Die Stoxx-Regeln gaben das her.

    Die Deutsche Börse hätte die Bestimmungen der Indexanbieter aus dem eigenen Hause schon viel früher abgleichen können. Somit wäre ihr die Peinlichkeit erspart geblieben, dass der Skandalkonzern Wirecard noch eine weitere Woche im Eliteindex Dax notieren wird.

    Das Einzige, was tröstet, ist, dass Wirecard die Dax-Entwicklung insgesamt kaum beeinflusst. Das liegt daran, dass das Gewicht der Aschheimer im Index gering ist. Im Zeitraum zwischen Mitte und Ende Juni, in dem die Wirecard-Aktie fast 99 Prozent an Wert verlor, gab der Dax weniger als zwei Prozent nach.

    Inzwischen ist der Einfluss des Auf und Abs der Wirecard-Aktie, die fast zum Pennystock verkommen ist, noch geringer geworden. Als die Wirecard-Aktie am Donnerstag um zeitweise rund zwölf Prozent fiel, bewegte das den Dax gerade mal um 0,3 Prozent. Dennoch: Wirecard hat in Deutschlands Auswahlindex schon lange nichts mehr verloren.

    Mehr: Wirecard macht Platz für Delivery Hero im Dax.

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