Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Die Branche der Vermögensverwalter hat den Ertragsschock bitter nötig

Dank steigender Börsen konnten Vermögensverwalter früher auch mit mäßiger Performance Geld verdienen. Das ist nun vorbei. Leistung ist wieder gefragt.
Kommentieren
Die Börsen werden schwieriger – das zwingt Vermögensverwalter dazu, besser zu werden. Quelle: dpa
Dax-Kurve

Die Börsen werden schwieriger – das zwingt Vermögensverwalter dazu, besser zu werden.

(Foto: dpa)

Geldverwalter haben es schwer. So könnte man glauben. Deutsche Anbieter verdienten im vergangenen Jahr 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Europäische und US-amerikanische Verwalter kamen mit geringeren Rückschlägen davon. Die Einbußen waren der schlechten Börse zu verdanken und bedeuten das Ende einer langen Rekordserie.

Der Laie mag die Anbieter vielleicht bedauern, wenn er sieht, wie kümmerlich ihr Ertrag ausfällt zumindest gemessen an den gewaltigen Summen, die sie verwalten. Diese prozentuale Marge hat eine Null vor dem Komma.

Die wirkliche Lage sieht jedoch anders aus. Das verwaltete Kapital als Bezugsgröße spiegelt nur die halbe Wahrheit wider. Aussagekräftiger ist der Blick auf Einnahmen und Kosten. Dann kommt man auf Gewinnmargen in prozentual deutlich zweistelliger Größenordnung.

So gesehen ist der aktuelle Ertragsrückschlag der Branche ein Leiden auf hohem Niveau. Und er lenkt den Blick auf einen unseligen Automatismus. Denn in den vergangenen Jahren konnten die Verwalter – etwas überspitzt formuliert – auch mit Nichtstun an ihren Kunden verdienen.

Die Kunden zahlen schließlich jedes Jahr aufs Neue einen festen Prozentsatz ihrer Anlagesumme. Das heißt: Steigende Börsen erhöhten automatisch das verwaltete Kapital und damit ebenso automatisch die Einnahmen.

Damit ist es vorbei. Die schwierigeren Börsen und der anhaltende Gebührendruck durch Investoren setzen die Anbieter unter Erfolgszwang. Bei fallenden Märkten schauen die Anleger viel genauer hin, was sie den Assetmanagern bezahlen und was die ihnen dafür an Rendite liefern. In solchen Zeiten können sich die Verwalter nicht mehr entspannt zurücklehnen.

Die frühere Devise „Ein steigender Wasserspiegel hebt alle Boote“ hat sich überholt. Anbieter mit schlechten Anlageleistungen werden ohne Verbesserungen nicht überleben können. In Zukunft zählt nur noch gute Performance. Den Ertragsschock hat die Branche bitter nötig.

Mehr: Die großen Vermögensverwalter werden immer größer, kleinere Verwalter kommen in eine bedrohliche Lage. Das könnte zu Fusionen und Aufkäufen führen.

Startseite

0 Kommentare zu "Kommentar: Die Branche der Vermögensverwalter hat den Ertragsschock bitter nötig"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote