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Die neuen Zwanziger

Kommentar Die Bürger allein können die Klimakrise nicht lösen

Die Mittelschicht soll der Retter in der Klimakrise sein. Doch wirkliche Verbesserungen wird es nur geben, wenn Großunternehmen und Politik ihr Handeln ändern.
31.03.2020 - 13:35 Uhr 2 Kommentare

Das Thema Klimakrise scheint mittlerweile ähnlich wie der Brexit: Es braucht einen Deal, sonst wird es harte Konsequenzen geben. Kleiner Unterschied: Beim Klima ist nicht mehr viel Luft zum Verhandeln da. Es muss etwas passieren, und zwar sofort. Wir stehen am Anfang neuer Zwanziger Jahre. Damit auch diese golden werden, sollten wir wie einst auf die Industrie setzen.

Diesmal aber nicht auf einen Aufschwung, sondern auf einen Abschwung. Die Airlines zum Beispiel befinden sich wegen fehlender Nachfrage aufgrund des Coronavirus wortwörtlich im Sinkflug. Für die Wirtschaft natürlich schlecht, doch für unser Klima ein Hoffnungsschimmer. Und das ist gut so.

Nicht erst seit der Coronakrise warnen uns Politiker sehr gerne vor gewissen Handlungen und machen Anweisungen. Wenn es um das Klima geht, soll der Mittelstand das Leben umkrempeln, verzichten und sparen. Durchschnittsbürger*innen sollen nur noch Bahn fahren, vegetarisch essen, nicht in den Urlaub fliegen und Fair Fashion tragen. Nebenher ergab eine kürzlich durchgeführte Studie in den USA, dass Ridesharing-Dienste pro Fahrt 47 Prozent mehr CO2 produzieren als eine gleich lange Fahrt in einem privaten Auto.

Uber, Lyft und Co. belasten das Klima um 69 Prozent stärker als ein Mensch in einem Privat-Pkw. Auch wenn es Großteils daran liegt, dass sie immer erst zum Kunden fahren müssen und in Großstädten zu oft Bahn oder das Fahrrad ersetzen.

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    Schon klar, jeder und jede Einzelne von uns, vor allem privilegierte Menschen, müssen etwas gegen die Zerstörung unseres Planeten tun. Auch die kleinsten Schritte sind wichtige Schritte. Doch wir beschämen Wenigverdiener*innen für ihren Kurzstreckenflug nach Barcelona, zeigen mit dem Finger auf die alleinerziehende Mutter, die Billigwurst kauft und schütteln den Kopf, wenn der Nachbar mit den fetten braunen Primark-Tüten vom Shoppingtrip nach Hause kommt.

    Wer prangert billige Modeunternehmen an, die dazu beitragen, dass in einem Jahr über eine Milliarde Tonnen CO2 produziert wird? Deren Mode wegen massivster Überproduktion aufwändig nach Afrika verschifft wird oder deren Mikroplastik in den Meeren landet?

    Blöd für die Umwelt

    Jetzt mal ehrlich: Ottonormalverbraucher sind nicht das Problem. Das Problem ist, dass die Wirtschaft nicht die Bedingungen schafft, dass auch die, die nur wenig Ressourcen haben, klimafreundlich leben können. Von der Bundesrepublik heißt es in ihrem „Klimaschutzprogramm 2030“ das Herzstück der Maßnahmen sei die CO2-Bepreisung. In den Bereichen Verkehr und Gebäude wird mehr Geld eingesammelt.

    Bürger*innen, die sich trotz Umweltprämie kein Elektroauto leisten können, oder trotz 40 Prozent Förderquote für den Austausch ihrer Ölheizung keine neue bezahlen können, leiden darunter. Reisen quer durch Europa oder innerhalb Deutschlands wird der oder die Durchschnittsbürger*in auch weiterhin mit dem Flugzeug zurücklegen. Solange ein Flug von Berlin nach Wien hin und zurück um 50 Euro gebucht werden kann, werden Reisende sich nicht acht Stunden in die Bahn setzen – für knappe 100 Euro pro Strecke.

    Blöd für die Umwelt, aber auch für den Geldbeutel. So denken die Menschen, logisch. Eine vom Klimaschutzprogramm von 19 auf sieben Prozent reduzierte Mehrwertsteuer auf längere Strecken mit dem Zug wird jetzt auch nicht die Massen zu den Bahnhöfen statt Flughäfen bewegen. Vor allem, wenn die Lufthansa noch immer ohne Kerosinsteuer fliegt.

    Anstatt die Fehler im Konsum des Mittelstandes zu orten und die Konsequenzen an diese abzutreten, sollten Regierungen und die Großunternehmen endlich Gegebenheiten schaffen, die gebraucht werden, damit jeder klimafreundlichere Entscheidungen treffen kann. Radikale Veränderungen in der Arbeitsweise und dem Handeln von Großunternehmen sollten ganz oben im Klimaschutzpaket stehen. Sonst ist es 2030 mit dem Klimawandel eben wie mit dem Brexit: jahrelanger Wirbel, bis am Ende alle die harten Konsequenzen spüren.

    Mehr: Der Green Deal der EU wird durch die Coronakrise gefährdet.

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    2 Kommentare zu "Kommentar: Die Bürger allein können die Klimakrise nicht lösen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • JETZT ANWENDEN - es gibt nichts Gutes, ausser man TUT es...

    • "Beim Klima ist nicht mehr viel Luft zum Verhandeln da. Es muss etwas passieren, und zwar sofort." Der Mensch braucht saubere Luft zum Atmen. Durch zunehmende Emissionen und Schmutz hat sich der CV durch kapitalistische Ausbeutung in China Entwickeln können und schlägt nun voll zu. WIR sind gezwungen ALLE HANDLUNGSWEISEN zu überdenken und uns neu Auszurichten, um zu Überleben. Denn as ist erst der Anfang aus den Folgen eines Raubbaus an Mensch und Natur! Es müssen endlich Einsicht und Wille zum Wandel folgen. Wir müssen die neuesten Forschungsergebnisse der Energienutzung Jetzt WENDEN, um unser Überleben zu sichern und den gestiegenen Bedarf an Energie für alle Digitalisierung zu bedienen. Neueste Technologien stehen bereit. Neutrino-Energy nutzt solare Strahlung für eine mobile und dezentrale Versorgung für Haushaltsgeräte und Elektromobilität. Ein Überblick über fortschrittliche und wettbewerbsfähige Energieerzeugungstechnologien zeigt, dass sich die Neutrinovoltaik-Technologie - eine Methode zur Erzeugung von elektrischem Gleichstrom unter dem Einfluss von Teilchen des unsichtbaren Strahlungsspektrums - derzeit in der letzten Phase der Umsetzung befindet. Basierend auf dieser Technologie plant die Berliner Neutrino Energy Group, in spätestens 2 Jahren mit der Lieferung von eigenständigen kompakten DC-Stromquellen Neutrino Power Cube® zu beginnen, die kostengünstige und öffentlich zugängliche Materialien verwenden und damit interessante Preisparameter des erzeugten elektrischen Stroms bieten. Vorläufige Berechnungen, die von der Firma bekannt gegeben wurden, erklären den Preis um mindestens 50% günstiger als den Preis, den man für Solarzellenplatten erhält. Darüber hinaus gibt das Unternehmen bekannt, dass die Betriebskosten solcher Quellen gleich Null sind. Und diese Ressource steht Weltweit, allerorts 356Tage und 24h zu Verfügung. Die Politik und die gesamte Wietschaftselite müssen endlich bereit sein JETZT in Ressource mit Entwicklungskosten zu investieren.

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