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Kommentar Die Bundesregierung braucht einen Plan gegen den Abschwung

Trotz vieler Alarmzeichen betreibt die Bundesregierung weiter eine Politik, als ob der Aufschwung ewig währen würde. Rächen wird sich das spätestens in der Krise.
07.08.2018 - 18:11 Uhr 1 Kommentar
Trotz der Krisen ist die Exportwirtschaft in Deutschland stabil. Vieles spricht jedoch für einen baldigen Abschwung. Quelle: dpa
Containerterminal Tollerort im Hamburger Hafen

Trotz der Krisen ist die Exportwirtschaft in Deutschland stabil. Vieles spricht jedoch für einen baldigen Abschwung.

(Foto: dpa)

Der Wirtschaftsboom hat seinen Höhepunkt überschritten. Darüber kann auch der Exportrekord im ersten Halbjahr nicht hinwegtäuschen. Auftrags- und Stimmungslage lassen auf ein durchwachsenes zweites Halbjahr schließen: Die Auftragseingänge der Industrie sind im Juni um vier Prozent zurückgegangen, und der wichtigste Stimmungsindikator der deutschen Wirtschaft, der Ifo-Index, ist in den vergangenen acht Monaten sieben Mal gesunken.

Noch besteht kein Grund zu akuter Sorge. Der Dauer-Aufschwung, in dem sich Deutschland seit 2009 befindet, wird die deutsche Wirtschaft auch durchs Jahr 2018 tragen. Trotz des Rückgangs im Juni sind die Auftragsbücher der Firmen noch immer relativ voll. Und die Exportwirtschaft hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass keine Euro-Krise, kein IS und keine Russland-Sanktionen ihr die Geschäfte verhageln.

Schwächelte eine Region, glichen sie dies in anderen Teilen der Welt aus. Doch damit wäre es vorbei, sollte US-Präsident Donald Trump einen Handelskrieg lostreten. Ein Zollkrieg würde alle großen Wirtschaftsblöcke betreffen, die Ausweichmöglichkeiten sind dann schnell überschaubar.

2019 lässt zudem der Impuls von Trumps Steuerreform nach. Auch ohne Handelskrieg könnte die Weltwirtschaft angeführt von den USA dann in einen Abschwung rutschen.

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    Trotz dieser Alarmzeichen betreibt die Bundesregierung unverdrossen eine Politik, als ob der Aufschwung ewig währen würde. Im Handelsstreit mit Trump haben sich Frankreich und Deutschland spalten lassen. Eine China-Strategie fehlt völlig.

    Und in der Wirtschaftspolitik lässt die Regierung ein marktwirtschaftliches Prinzip nach dem anderen fallen: Chinesische Investoren werden durch schärfere Übernahmeregeln abgeschreckt, Landwirte oder oder Batteriezellen-Produzenten subventioniert, die Sozialausgaben zulasten von Investitionen hochgefahren.

    Rächen wird diese Politik spätestens in der Krise. Denn die Einschnitte werden dann umso härter ausfallen müssen.

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Die Bundesregierung braucht einen Plan gegen den Abschwung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Sehr geehrter Herr Greive,

      wir sind uns wahrscheinlich darin einig, dass Wirtschaftspolitik zur Hälfte aus Psychologie besteht. Aber um miteinander zu diskutieren, brauchen wir noch ein Beispiel. Wie wäre es mit der Lohnpolitik als Beispiel?

      Also in der Krise sollten Lohnerhöhungen tunlichst unterbleiben. Sie würden die Existenz vieler Firmen gefährden und die Arbeitslosigkeit drastisch verschärfen.

      Kommt es dann zu einem Aufschwung, darf er auf keinen Fall gefährdet werden. Der Prozeß des Investierens in neue Produkte und Produktionsverfahren muß weitergehen. Lohnerhöhungen würden da brutal schaden.

      Auch nach 10 Jahren eines ständigen Aufschwungs der Wirtschaft wäre ein kräftiger Shluck aus der Lohnpulle höchst gefährlich. Könnte doch sein, es kommen wieder schlechtere Zeiten und der Gürtel muß dann wieder enger geschnallt werden. Nach einem kräftigen Schluck aus der Pulle fiele das dann unendlich schwer.

      Sie sehen, für eine Beteiligung der Arbeitnehmer am Produktiovitätsfortschritt gibt es keinen geeigneten Zeitpunkt. Das gleiche gilt für jeglichen Ausbau des Sozialstaates. Hören wir doch endlich auf mit den dreckigen Lügen und behaupten künftig nicht mehr, unsere Wirtschaftsordnung heiße "soziale Marktwirtschaft". Propagieren wir doch einfach, die Reichen müssen reicher werden.

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