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Kommentar Die Bundesregierung droht bei der E-Auto-Förderung über das Ziel hinauszuschießen

Schnell mehr Ladesäulen und eine höhere Kaufprämie: Die Autoindustrie freut sich über die Unterstützung für E-Autos. Der Staat darf der Branche aber nicht jeden Wunsch erfüllen.
05.11.2019 - 09:33 Uhr 5 Kommentare
Die Bundeskanzlerin hatte am Montagabend zum Autogipfel geladen. Quelle: dpa
Merkel bei der E-Auto-Produktion in Zwickau mit VW-Chef Diess (hinten)

Die Bundeskanzlerin hatte am Montagabend zum Autogipfel geladen.

(Foto: dpa)

Und noch ein Gipfel im Kanzleramt. Diesmal war die Autobranche bei der Kanzlerin zum abendlichen Besuch angetreten. Die Bundesregierung hatte ja schon im Vorfeld zusammengeschrieben, was ihr vorschwebt. Das Ergebnis – 50.000 Ladesäulen bis 2022 und eine höhere Kaufprämie für Elektroautos – ist also nicht völlig überraschend.

Es ist richtig, dass sich die Wirtschaft vom Dax-Chef bis zum mittelständischen Unternehmer gelegentlich mit Vertretern der Bundesregierung zusammensetzt, um über drängende Probleme zu sprechen. Das gilt besonders in Zeiten mit wachsenden konjunkturellen Unsicherheiten, und es gilt besonders auch für eine Branche, die vor großen Umwälzungen steht.

Am Ende solcher Gipfel sollte aber nicht der Eindruck entstehen, das Treffen der einen Branche mit der Regierung gehe zulasten einer anderen Branche. Die Bundesregierung ist beim Aufbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos bereits erheblich in Vorleistung gegangen; sie ist bereit, den Ausbau mit mehreren Hundert Millionen Euro zu unterstützen und will diese Bemühungen jetzt sogar noch ausbauen und beschleunigen. Die Gefahr, übers Ziel hinauszuschießen, ist unübersehbar.

Wer an jedem Laternenpfahl einen öffentlichen Ladepunkt für ein E-Auto haben will, weil er jedem potenziellen E-Auto-Käufer die Sorge vertreiben will, irgendwann mal ohne Lademöglichkeit dazustehen, muss sich kritische Fragen gefallen lassen.

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    Sind eine Million öffentliche Ladepunkte, die die Bundesregierung bis 2030 anstrebt, wirklich erforderlich und wirtschaftlich sinnvoll? Wie viele parallele Infrastrukturen können wir uns leisten, um den Individualverkehr in Bewegung zu halten? Wie verteilt man die Kosten des Ausbaus sinnvoll?

    Kauf-Prämien für E-Autos sollen 2020 steigen

    Die Verteilnetzbetreiber haben auf diese Fragen ganz andere Antworten als die Autoindustrie. Die Netzbetreiber müssen letztlich deutschlandweit die Erde aufreißen, Kabel noch im letzten Winkel des Landes verstärken und zusätzlich in die Digitalisierung ihrer Prozesse investieren, um das Aufladen Hunderttausender E-Autos zu ermöglich. Ein großer Teil dieser Kosten wird über die Strompreise auf alle Stromverbraucher umgelegt, also auch auf solche, die kein E-Auto nutzen.

    Dass die Autohersteller nun zur Eile drängen und die Politik mächtig unter Druck setzen, ist allein dem Umstand geschuldet, dass sie die europäischen CO2-Flottengrenzwerte nur noch einhalten können, wenn sie in großem Maßstab E-Autos in den Markt drücken.

    Dass der Staat dabei mit verschiedenen Fördermaßnahmen zur Hilfe kommt, ist okay. Der Staat darf aber nicht den Eindruck erwecken, dass er gemeinsam mit den Auto-Managern in Panik geraten ist und der Branche nun jeden beliebigen Wunsch erfüllt – und andere dafür zahlen.

    Grafik

    Mehr: Was die Teilnehmer des Autogipfels beschlossen haben.

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    5 Kommentare zu "Kommentar: Die Bundesregierung droht bei der E-Auto-Förderung über das Ziel hinauszuschießen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Es ist ein absolutes Unding, dass ein großer Teil der Kosten für die Ladeinfrastruktur über die Strompreise auf alle Stromverbraucher umgelegt werden soll, also auch auf solche, die kein E-Auto nutzen. Das ist komplett sozial und umweltpolitisch unverträglich !! Es bestraft ein weiteres Mal diejenigen, die eh schon die Klimazieke in privatem Verzicht ernst nehmen und diejenigen, die sich kein Auto leisten können - schon gar kein E-Auto.

      Der Staat nutzt anscheinend die momentane Situation (dass 70 % der Bürger sich für Umweltschutz engagieren) aus, den Auto-Managern jeden beliebigen Wunsch zu erfüllen – und andere dafür zahlen.

      Das einseitige Setzen auf E-Mobilität ist eh umwelt- und sozialpolitscher Unsinn sondergleichen.

      1. wird nicht eingerechnet, elch immensen Schaden wir in den Zulieferlöändern für seltene Erden wir anrichten - Kionderarbeit, Verwüstung weiter Landstriche ...
      2. wird nicht eingerechnet, welch ungeheure Energie die Digitalisierung verschluckt - die Riesenspeicher, der erneute Netzausbau in die komplett menschen und umweltgefährdende Technologie des neuen Gottes: der G5 Technolgie, die nichts anderes ist als ein einziger Langzeitversuch an Mensch und Tier (Ein Vielzahl unabhängiger Gutachter, mehrfach ausgezeichnete Wissenschafteler und Ärzte, die vor massiven Gefahren für Leb und Seele warnen, werden nicht zurate gezogen - es gelten allein die Gutachter der Industrien, die daran Milliarden verdienen...)
      3. sind E-Autos ausschließlich dann im Verbrauch umweltschonender, wenn sie zu 100 % aus erneuerbaren Energien tanken.
      4. Ist die Produktion noch immer extrem teuer, vernichtet Arbeitsplätze und (incl. der Akkus) keineswegs uzmweltfreundlich.
      5. Ist es eine Kateridee, E-Autos bis 60.000 € mit Steuergeldern hzu subventionieren - ,al wieder sahen die reichen am meisten ab...

      ES REICHT !!

    • Herr Diess wird mit seiner E Mobilitätsideologie VVW an die Wand fahren. Der agiert genauso eindimensional wie Merkel.

    • Zur ewig vervielfältigten Einschätzung, dass es sich bei EMobilität um Ideologie handele und angeblich die Umweltbelastung höher sei als bei Verbrennern, empfehle ich einfach allen Verbrennerfans in Deutschland sich mal von der hier virulent diskutierten Datenlage aus dem Jahr 2011(!) zu verabschieden und auf den heutigen Stand upzudaten. www.ifeu.de/ vertiefte Analyse der Umweltbilanz von E Fahrzeugen könnte da vielleicht helfen !

    • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Diskutieren erwünscht – aber richtig“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

    • Ich sehe das ein wenig anders. Die Regierung hat sich Jahre lang nicht um den Rahmen von Digitalisierung und E-Mobilität gekümmert. Damit die Ambitionen von E-Mobilität funktionieren, müssen Regierung und Branche an einem Strang ziehen, die andere Frage ist, muss überhaupt in diesem Ausmaß ausgebaut werden ?
      Ich denke, dass die Regierung keine Idee davon hat, was die richtige Anzahl von Ladestationen überhaupt notwendig ist.
      Der Bau von Ladesäulen sollten aus dem Topf Umwelt kommen und nicht über die Strompreise .. Darüberhinaus sollte man anfangen, darüber nach zu denken, ob man den Verteidigungsetat kürzt.
      Verteidigung ist ohne eine Verbrennungsmaschinen mit deren ganzen Skandalen.
      Das Verteidigungsetat liegt bei ca. 43 Mrd. Umwelt jedoch mal gerade bei 2,4 Mrd.
      Die Kernaussage dahinter ist Krieg/Verteidigung ist ca. 20x mal Wert als unsere Umwelt.

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