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Kommentar Die Bundesregierung muss qualifizierten Einwanderern Brücken bauen

Die Politik sollte sich nicht darauf verlassen, dass Inder, Chinesen oder Amerikaner den Weg nach Deutschland finden. Sie sollte aktiv um sie werben.
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Einwanderer aus Indien, China und den USA kommen inzwischen nach Deutschland, um zu arbeiten. Quelle: dpa
Junge Frau in Ausbildungswerkstatt

Einwanderer aus Indien, China und den USA kommen inzwischen nach Deutschland, um zu arbeiten.

(Foto: dpa)

Die Zahlen des Statistischen Bundesamts klingen beeindruckend: Zum dritten Mal in Folge ist 2018 die Zahl der hier lebenden Ausländer, die aus Staaten außerhalb der EU zum Arbeiten gekommen sind, um mehr als 20 Prozent gestiegen.

Deutschland ist nicht nur Zufluchtsort für Schutzsuchende aus Kriegs- und Krisenregionen. Die brummende Konjunktur und der Jobboom ziehen auch Inder, Chinesen oder Amerikaner an, die ihre Chance auf dem deutschen Arbeitsmarkt suchen. Und in großer Zahl auch Arbeitsmigranten aus den Westbalkanstaaten, denen der Weg über das Asylverfahren inzwischen weitestgehend versperrt ist.

Kann sich die schwarz-rote Koalition also das Fachkräfteeinwanderungsgesetz sparen, das sie unter teils großen Bauchschmerzen auf den Weg gebracht hat und das noch durchs Parlament muss?

Mitnichten. Die von den Statistikern ausgewiesenen hohen Steigerungsraten dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Erwerbsmigration aus Drittstaaten weiter kaum mehr ist als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Hier Anreize zu setzen und das komplizierte Einwanderungsrecht zu verschlanken ist eine Schicksalsfrage für Deutschland. Denn will die größte Volkswirtschaft Europas nicht eine deutliche Schrumpfung ihres Arbeitskräftereservoirs hinnehmen, müssen jährlich rund 400.000 Menschen mehr ein- als auswandern.

Lange hat Deutschland von der europäischen Freizügigkeit profitiert. Doch auf die EU-Zuwanderung ist nicht dauerhaft Verlass – per saldo geht sie bereits zurück. Je mehr andere EU-Länder wirtschaftlich aufholen, desto stärker wird die Rückwanderung ihrer Arbeitskräfte einsetzen. Zumal viele Staaten Europas vor ähnlichen demografischen Problemen stehen wie Deutschland.

Die Politik sollte sich deshalb nicht darauf verlassen, dass qualifizierte Inder, Chinesen oder Amerikaner von selbst den Weg nach Deutschland finden. Sie sollte aktiv um sie werben, Brücken bauen – und rasch das Einwanderungsgesetz verabschieden

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