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Kommentar Die CDU muss sich von ihrer Merz-Nostalgie befreien

Der Wirtschaftsflügel der CDU braucht einen neuen Hoffnungsträger. Merz ist ein kluger Kopf, doch den Kontakt zur Basis hat er schon lange verloren.
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Hat die neue CDU-Chefin noch Verwendung für den früheren Fraktionsvorsitzenden der Union? Quelle: dpa
AKK und Merz

Hat die neue CDU-Chefin noch Verwendung für den früheren Fraktionsvorsitzenden der Union?

(Foto: dpa)

Er ist wieder da: Friedrich Merz, ewiger Wunschtraum des CDU-Wirtschaftsflügels. Der Mann, der sich zumindest selbst alles zutraut. Der Schutzpatron aller in der Merkel-Union Zukurzgekommenen.

Als Wahlkampfbeiwerk eines Parteifreundes im Sauerland hatte er nun einen Kurzauftritt. Seine Gerade-noch-Gegnerin Annegret Kramp-Karrenbauer, die statt ihm nun die Partei führt, ließ ihn mitspielen. Ein bisschen. Er schwor der „lieben Annegret“ zugleich Treue, womit sein Elend ausreichend skizziert ist.

In der Gedankenwelt von Friedrich Merz war es schon eine Schmach, einst von Angela Merkel abserviert worden zu sein. Aber dann auch noch gegen AKK zu verlieren ... Und doch bemüht er sich jetzt, noch einmal groß rauskommen zu dürfen. Vielleicht will AKK ihn als Wirtschaftsminister? Gibt es da einen Pakt? Man kann sein Herumeiern pragmatisch nennen. Oder auch würdelos.

Natürlich ist Merz ein kluger Kopf, auf internationalem Parkett erfahren, ein Wirtschaftsliberaler mit großer Expertise. Aber das reicht heute eben nicht (mehr). Wirtschaft ist zu 50 Prozent Psychologie, wusste Ludwig Erhard. Wirtschaftspolitik ist mindestens zu 80 Prozent Psychotherapie.

Merz könnte man drei Tage ins Ikea-Bälleparadies stecken, er käme immer noch genauso empathiefrei heraus, wie er nun mal ist. Und den Kontakt zur echten Basis hat er nicht erst am Freitag verloren, als der Börsengang eines Schweizer Unternehmens, in dessen Verwaltungsrat er sitzt, ihn mal eben wieder um 5,7 Millionen Euro reicher machte.

Dabei ist das Problem gar nicht der Sauerländer selbst. Es ist die CDU, die es vor lauter Merz-Nostalgie nicht schafft, endlich junge, frische Wirtschaftspolitiker und -innen aufzubauen. Wie dringend nötig da ein personeller Neuanfang wäre, zeigt die aktuelle Verfassung des Wirtschaftsministeriums. Peter Altmaier produziert dort nur noch eines: Shitstorms aus Industrie und Mittelstand. Ein 63-jähriger Sauerländer mit Merz’ Track-Record stünde da auch nicht gerade für Zukunft.

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