Kommentar Die Cebit hat mit ihrem neuen Konzept eine Zukunft – allerdings wird sie weiter schrumpfen

Die Neuausrichtung der Cebit ist richtig. Doch die Veranstalter müssen aufpassen, nicht zu viele Fachbesucher und Unternehmen abzuschrecken.
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In diesem Jahr kamen 80.000 Besucher weniger als 2017. Quelle: dpa
Cebit 2018

In diesem Jahr kamen 80.000 Besucher weniger als 2017.

(Foto: dpa)

Erst ins Bällebad, dann ins Meeting. Morgens Geschäfte machen, abends Jan Delay zuhören: Die Cebit sollte in diesem Jahr Messe und Festival zugleich sein, ein Ort, an dem sich IT-Entscheider und digitale Denker treffen. Mit der Neuausrichtung wollte die Deutsche Messe AG das stetige Schrumpfen in Richtung Bedeutungslosigkeit aufhalten.

Tatsächlich haben sich mehr junge Leute auf den Weg nach Hannover gemacht, an einigen Stellen auf dem weitläufigen Messegelände ist Flair aufgekommen, viele Firmen sind angetan. Allerdings vergrätzt das neue Konzept einige traditionelle Aussteller und Besucher. Die Cebit hat trotzdem eine Zukunft – sie wird aber weiter schrumpfen.

Die Annahme der Veranstalter ist richtig: Wer eine Plattform für die Digitalisierung bieten will, kann sich nicht mit schmucklosen Spanplattenständen zufriedengeben. Es braucht mehr: anschauliche Beispiele, interaktive Formate und Austausch – zum Beispiel zwischen Start-ups und Konzernen.

Damit verändert sich jedoch der Charakter der Messe. Einerseits mokieren sich einige Aussteller über Besucher, die mit Tüten über die Stände laufen und Werbegeschenke sammeln. Andererseits stellen sich Fachbesucher die Frage, ob sie sich ins Getümmel stürzen wollen – damit tritt ein Konflikt aus früheren Cebit-Zeiten wieder zutage. Angesichts dieser Gemengelage dürfte so manches Unternehmen den Messeauftritt überdenken.

In diesem Jahr kamen 120.000 Besucher zur Cebit, 80.000 weniger als im Vorjahr. Der Vergleich hat allerdings nur begrenzt Aussagekraft: Die Messe war einen Tag kürzer, und sie musste sich mit einem neuen Konzept und einem neuen Termin bewähren.

Insofern sind die Zahlen nicht schlecht, die Cebit bekommt eine neue letzte Chance. Viel weniger Besucher sollten es allerdings nicht werden, sonst fehlt die kritische Masse. Die braucht es immer noch, damit sich aufwendige Stände mit Riesenrädern, Surfanlage und Sonnenliegen lohnen.

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