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Kommentar Die CES zeigt, wie sich Elektronikmessen erfolgreich wandeln

Die CES in der Wüste Nevadas hat sich erfolgreich von einer Produkt-Parade zur Technologiekonferenz entwickelt. Andere Veranstalter sollten davon lernen.
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Seit 1978 zieht das Event in der Wüste von Nevada die Massen an. Quelle: AFP
Besucher auf der CES

Seit 1978 zieht das Event in der Wüste von Nevada die Massen an.

(Foto: AFP)

Der Gadget-Jäger ist von jeher eine besondere Spezies. Zumeist männlich, weiß, der Mittelklasse zugehörig, stürzt er sich auf neue Technikprodukte. Auf den Elektronikmessen dieser Welt wartet er geduldig in der Warteschlange, bis er die neuen Fernseher, Telefone, Kameras bestaunen darf. Die aktuelle Konsumentenelektronik-Show CES in der Wüste Nevadas legt es darauf an, den Gadget-Jäger zu frustrieren.

Auf das eine „One More Thing“, wie Apple-Chef Steve Jobs die neuen Hardware-Wunder aus Cupertino ankündigte, dürfte das Publikum in Las Vegas vergebens warten. Vielmehr zeigt das Blockbuster-Event, das traditionell das Tech-Jahr einläutet: Der technologische Fortschritt findet derzeit bei der Software statt, vor allem bei Künstlicher Intelligenz. Damit wandelt sich die CES erfolgreich von einer reinen Produktshow zur Technologiekonferenz.

Seit 1978 zieht das Event jedes Jahr die Massen an, dieses Jahr erwartet die Messe auf rund 255.000 Quadratmetern an elf Standorten über 180.000 Besucher aus 155 Ländern sowie 4.500 Aussteller. Statt krampfhaft die nächsten Revolutionen auszurufen, zeigen die CES-Macher Evolutionen. Die CES thematisiert Nutzererfahrungen, Interaktionen und Geräteintegrationen, im Zentrum stehen intelligente Sprachprogramme von Google und Alexa.

Sicher, irgendwann werden Besucher hier in Vegas zweifellos durch die erste Brille für erweiterte Realität schauen, mit einem Computer Gedanken lesen, ein Virtual-Reality-Headset tragen, das sie rein äußerlich nicht länger völlig asozial aussehen lässt.

Doch noch ist es nicht so weit. Etwas schnellere, bessere Fernseher, Handys oder Kameras sind logische Fortentwicklungen, aber keine Durchbrüche. Die CES diskutiert die Auswirkungen moderner Technologien auf Datenschutz, Sicherheit und Politik. IBM-Chefin Ginni Rometty spricht über die ethischen Fragen von Algorithmen. Twitter-Chef Jack Dorsey über gestreamte Sportübertragung. Die CES hat sich für die Tech-Branche unentbehrlich gemacht.

Das gilt auch für die South by Southwest (SXSW), die seit 32 Jahren ebenfalls ohne Produktparaden auskommt und mit 289.000 Besuchern 2018 zu den beliebtesten internationalen Innovationskonferenzen zählt. Andere Veranstalter sollten davon lernen. Die Cebit versteifte sich zu lange auf die reine Produktpräsentation, versuchte dann den Neustart als Happening.

Das konnte nicht gut gehen. Das Geheimnis von CES oder SXSW lautet, sich als Plattform immer wieder weiterzuentwickeln – und sich nicht zu scheuen, Gadget-Jäger hier und da zu verprellen.

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