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Kommentar Die Chefs von Air France leben in einer Parallelwelt

Die Airline leidet unter Gewerkschaften, die auf Krawall gebürstet sind. Doch das Management hat selbst den Kontakt zum eigenen Personal verloren.
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Die Aktionärsstruktur der Airline steht infrage. Quelle: dpa
Air France

Die Aktionärsstruktur der Airline steht infrage.

(Foto: dpa)

Eine großartige Marke, eine halbwegs akzeptable Marge, bessere Auslastung, erfolgreiche internationale Partnerschaften auf wichtigen Märkten: Air France-KLM hat einige Trümpfe aufzuweisen. Nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen legte die Aktie am Mittwoch deutlich zu.

Doch was Franzosen und vor allem Niederländer aufbauen, wird seit Jahren immer wieder eingerissen durch soziale Konflikte bei der Konzernmarke Air France. Im Frühjahr haben die Mitarbeiter in einem Referendum sogar CEO Jean-Marc Janaillac hinauskomplimentiert, dem sie jetzt nachtrauern. Ein Streik zehrte den größten Teil des Quartalsergebnisses auf.

Seitdem lebt Air France-KLM in einer Art Fegefeuer. Das Board ist seit drei Monaten auf der Suche nach einem Nachfolger. Der Konflikt um Lohnerhöhungen ist nicht gelöst. Die Aktionärsstruktur steht infrage: Der Staat hat angedeutet, dass er seine Beteiligung reduzieren will. Die Hotelkette Accor wollte größter Anteilseigner werden, zuckte aber dann zurück.

Air France hat ein Problem mit Gewerkschaften, die auf Krawall gebürstet sind. Doch Teil des Problems ist auch ein Management, das in seiner eigenen Welt lebt. Der Airline-Manager Franck Terner brachte es am Mittwoch fertig, kein Wort darüber zu verlieren, wie er sich die Lösung des Konfliktes mit der eigenen Belegschaft vorstellt – das sei Aufgabe der Konzernmutter. Sollte es wie angedroht im September einen neuen Arbeitskampf geben, werde man „den verwalten“.

Deutlich eloquenter zeigte sich der Air-France-Chef bei Themen, die zum Schwadronieren einladen, wie einer neuen Abflughalle und künstlicher Intelligenz. Das zeigt: Dem AF-Management mangelt es nicht an künstlicher, sondern an sozialer Intelligenz.

Terner und andere französische Spitzenkräfte spüren im Gegensatz zu ihren niederländischen Kollegen nicht einmal, dass die Beziehungen zum eigenen Personal völlig zerrüttet sind. Wer glaubt, er könne auf diese Art eine Airline führen, ist fehl am Platz.

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