Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Die Chemieindustrie steht vor einer doppelten Herausforderung

Es wird schwierig werden für die chemische Industrie, klimaneutral und zugleich profitabel zu wachsen. Zudem wächst die Konkurrenz aus China.
Kommentieren
Kommentar: Die doppelte Herausforderung für die Chemieindustrie Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH
Verbundstandort Ludwigshafen

Immer stärker wird die Branche in eine neue klimapolitische und gesellschaftliche Verantwortung hineingezogen.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Der Wandel vollzog sich zum Teil schleichend und war im Detail mitunter leicht zu übersehen. Dennoch kann man durchaus von einer Art Umbruch für die deutsche und europäische Chemieindustrie sprechen. Das Koordinatensystem der Branche hat sich im Laufe der letzten Jahre Schritt für Schritt verschoben.

Und vor allem: Es ist um eine Dimension komplexer geworden. Das liegt nicht nur an der immer mächtigeren Konkurrenz aus China. Auch die Palette der maßgeblichen Erfolgsfaktoren hat sich über klassische Aspekte wie Rohstoffkosten, Marktpräsenz und Produktinnovationen hinaus verbreitert.

Immer stärker wird die Branche auch in eine neue klimapolitische und gesellschaftliche Verantwortung hineingezogen. Zum einen natürlich als einer der größten Emittenten des Klimagases Kohlendioxid, zum anderen aber auch in ihrer Rolle als ursprünglicher Erzeuger jener Kunststoffe, die inzwischen als globales Müllproblem am Pranger stehen.

Die Frage der Nachhaltigkeit wird brisant für die Chemie. Und wenn führende Branchenvertreter wie BASF-Chef Martin Brudermüller recht behalten, müssen sich die Konzerne auch in diesem Themenfeld auf wachsende Konkurrenz aus Fernost einstellen.

Im Prinzip erscheint die Branche in Deutschland dabei durchaus gerüstet für die neue doppelte Herausforderung. Sie befindet sich finanziell in starker Verfassung, genießt bisher einen gewissen Vorsprung in Sachen Umweltsicherheit ihrer Anlagen und bringt zudem auch ausgiebige Erfahrung in der Umwelt-Krisenbewältigung mit.

Als etwa in den 80er-Jahren eine Unfallserie an Standorten wie Seveso, Basel oder Hoechst das Standing der Chemieindustrie erschütterte, konnte sie den Imageverfall mit hohen Investitionen und einer neuen Sicherheitsphilosophie erfolgreich stoppen und anschließend sogar ins Positive umkehren.

Klar erscheint aber auch, dass die Chemieproduzenten nun durch die neuen gesellschaftspolitischen Anforderungen zusehends in einen Spagat gezwungen werden. Sie sind einerseits gefordert, möglichst klimaneutrale Produktionsverfahren und lückenlose Kreislaufsysteme für ihre Produkte aufzubauen. Sie dürfen andererseits aber auch die Innovationskraft im regulären Chemiegeschäft nicht riskieren. Langfristig mag das alles zwar die Chance bieten, Wettbewerbsvorteile abzusichern oder sogar neue zu erringen.

Vorerst dagegen wird der Kraftakt vor allem auf steigende Forschungsaufwendungen und tendenziell auch steigende Herstellkosten hinauslaufen. Alles in allem dürfte es für BASF & Co. noch ein Stück schwieriger werden, wirklich profitabel zu wachsen.

Startseite

0 Kommentare zu "Kommentar: Die Chemieindustrie steht vor einer doppelten Herausforderung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.