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Kommentar Die Commerzbank hat sich in eine Sackgasse manövriert

Die Quartalszahlen der zweitgrößten deutschen Privatbank überzeugen nicht. Der neue Chef Manfred Knof erbt ein Geldhaus, dessen Handlungsspielraum immer kleiner wird.
05.11.2020 - 17:36 Uhr Kommentieren
Die Bank hat offenbar größere Probleme als andere Institute. Quelle: Reuters
Commerzbank-Filiale in Frankfurt

Die Bank hat offenbar größere Probleme als andere Institute.

(Foto: Reuters)

Die meisten europäischen Banken haben die Coronakrise bislang ziemlich gut überstanden. Für die Commerzbank gilt das allerdings nicht. Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass es der zweitgrößten deutschen Privatbank nicht gerade gut geht, die enttäuschenden Zahlen für das dritte Quartal hätten ihn erbracht. Kein Wunder, dass die Bank auch für das Gesamtjahr mit einem Verlust kalkulieren muss.

Die trüben Aussichten verschreckten die Anleger: Mit einem Minus von mehr als sechs Prozent waren die Commerzbank-Aktien am Donnerstagnachmittag der größte Verlierer im Nebenwerteindex MDax – und das an einem an sich guten Börsentag.

An der prekären Lage sind nicht in erster Linie die Rückschläge durch die Coronakrise schuld, sondern die Tatsache, dass die Bank bereits geschwächt in die Pandemie gegangen ist. Die zumindest teilweise hausgemachte Führungskrise lähmt das Institut weiterhin, und das in einer Phase, in der das Management dringend entschlossen handeln müsste.

Ein hartes Sparkonzept liegt bereits in der Schublade, kann aber nicht auf den Weg gebracht werden, solange der designierte Vorstandschef Manfred Knof seinen Posten nicht offiziell angetreten hat. So geht weitere wertvolle Zeit verloren. Gesundsparen kann sich die Commerzbank aber ohnehin nicht, zumindest nicht, wenn man die Bank nach der Radikalkur noch halbwegs wiedererkennen soll.

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    Die Strategie an sich ist wahrscheinlich noch nicht einmal das größte Problem. Bereits nach der Finanzkrise ist die Commerzbank gezwungenermaßen deutlich geschrumpft und hat sich auf das Geschäft mit deutschen Unternehmens- und Privatkunden konzentriert. Das Investmentbanking hat die Bank schon früh zusammengestrichen, eine richtige Entscheidung des alten Managements. Allzu viel überflüssiger strategischer Ballast ist inzwischen nicht mehr übrig. Für die internen Strukturen der Bank gilt dieser Satz allerdings nicht, denn die sind nicht im gleichen Maße mitgeschrumpft wie das Geschäft.

    Eigentlich müsste die Bank jetzt dringend in die Digitalisierung, in effiziente Prozesse und in junge technikaffine Mitarbeiter investieren. Doch dazu fehlt wahrscheinlich das Geld. Der neue Chef ist um seine Aufgabe wahrlich nicht zu beneiden. Knof erbt eine Bank, in der sich so schnell wie möglich eine ganze Menge bewegen müsste.

    Doch der Spielraum dafür ist erschreckend klein, wenn man davon ausgeht, dass die Bank eine eigenständige Zukunft anstrebt. Knofs Ehrgeiz wird sicherlich darüber hinausgehen, die Commerzbank für eine Übernahme aufzuhübschen. Die deutsche Wirtschaft könnte zwei robuste private Großbanken sehr gut gebrauchen, doch davon ist die Commerzbank im Moment noch weiter entfernt als der ebenfalls mitten im Umbau steckende Lokalrivale Deutsche Bank.

    Mehr: Corona-Spätfolgen könnten Europas Banken erheblich treffen

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