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Kommentar Die Corona-App läuft viel besser als andere Staatsprojekte

Rund acht Millionen Nutzer in den ersten Tagen: Die Corona-Warn-App wird in Deutschland breit akzeptiert, weil die Politik auf die Zivilgesellschaft gehört hat.
18.06.2020 - 17:18 Uhr Kommentieren
Millionen von Nutzern haben die App bereits heruntergeladen. Quelle: dpa
Corona-Warn-App

Millionen von Nutzern haben die App bereits heruntergeladen.

(Foto: dpa)

Die Zahl ist beeindruckend: Innerhalb weniger Tage haben rund acht Millionen Menschen die Corona-Warn-App installiert. Auch wenn noch nicht absehbar ist, wie viele sie dauerhaft nutzen werden und wie zuverlässig die Technologie funktioniert, darf die Bundesregierung bereits einen Erfolg verbuchen: Sie hat die richtigen Dinge getan, um Akzeptanz sicherzustellen – und damit ein positives Beispiel für zukünftige IT-Projekte geschaffen.

Das war nicht von Anfang an so abzusehen. Der Gesundheitsminister dachte zunächst laut darüber nach, Covid-19-Infizierte anhand ihrer Handydaten zu überwachen, womit er Datenschützer gegen sich aufbrachte. Und die Bundesregierung überließ die Projektsteuerung einem Konsortium, das nach einem Grundsatzstreit zerbrach.

Die Politik wirkte anfangs überfordert, machte danach aber viel richtig – auch, weil sie bereit war, sich beraten zu lassen. Bei der Entscheidung für ein Konzept ließ sie sich auf die Argumente von Datenschützern und IT-Sicherheitsforschern ebenso ein wie auf die technischen Zwänge von Apple und Google. Und sie stimmte der Veröffentlichung des Quellcodes zu, um für Transparenz zu sorgen, wie es in der IT-Branche üblich ist. SAP und Telekom schließlich setzten das Projekt schnell und gründlich um, wenn auch nicht billig.

Dass die App so breit zum Einsatz kommt, ist ein Resultat dieses Prozesses. Viele Nutzer treffen diese Entscheidung sehr bewusst, wie die Kommentare auf den Plattformen von Apple und Google zeigen: Der offene Umgang mit dem Quellcode und die sparsame Verwendung der Daten werden regelmäßig gelobt. Ein Hoch auf die Nerds, die das durchgesetzt haben!

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    Dieses Verfahren ist ein Vorbild für andere öffentliche IT-Projekte: Es bindet das Wissen der Zivilgesellschaft ein, fördert die öffentliche Diskussion und dämmt nebenbei die unvermeidlichen Verschwörungstheorien ein. Vielleicht hätte ein ähnliches Verfahren geholfen, gefloppte Projekte wie die DE-Mail oder den elektronischen Personalausweis zum Erfolg zu führen.

    Mehr: Darf der Chef die Nutzung der Corona-App anordnen?

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