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Kommentar Die Debatte über eine Lockerung der Berichtspflichten ist überfällig

Der Vorstoß der Allianz, nur noch zweimal im Jahr über Geschäftsentwicklungen zu berichten, ist wichtig. Denn viele Manager denken zu kurzfristig.
24.02.2020 - 18:01 Uhr Kommentieren
Das Unternehmen stellt Quartalsberichtregeln auf den Prüfstand. Quelle: dpa
Deutsche Börse

Das Unternehmen stellt Quartalsberichtregeln auf den Prüfstand.

(Foto: dpa)

Als Tesla-Chef Elon Musk vor zwei Jahren über einen Rückzug des Elektroautobauers von der Börse nachdachte, hat er dies unter anderem mit der „Tyrannei“ der Quartalsberichterstattung begründet. Denn ein Visionär wie Musk, der sich nicht weniger als die Neuerfindung der Mobilität vorgenommen hat, hasst es, sich alle drei Monate für die jüngsten Zahlen zu rechtfertigen.

Musk hat damit eine wichtige Debatte angestoßen, die nun auch in Deutschland intensiv geführt wird. Der Versicherer Allianz würde gerne nur noch zweimal im Jahr über seine Geschäftsentwicklung berichten – und auf Mitteilungen zum ersten und dritten Quartal verzichten.

Das ist ein wichtiger Vorstoß, denn viele Manager börsennotierter Konzerne denken heute zu stark von Quartal zu Quartal und zu wenig an den langfristigen Erfolg ihrer Unternehmen. Zudem sind die Berichtspflichten ein Grund dafür, warum sich immer mehr Unternehmen von der Börse verabschieden – oft mithilfe von Private-Equity-Firmen.

Diese entwickeln die Konzerne dann abseits der Börsen weiter und verkaufen sie anschließend für viel Geld wieder. Dieser Trend ist schlecht, denn anders als an der Börse hat in diesen Fällen nicht mehr die gesamte Bevölkerung die Möglichkeit, über Aktienkäufe am Erfolg der Firmen zu partizipieren. Dies tut dann oft nur eine kleine Gruppe vermögender Investoren.

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    Eine Lockerung der Berichtspflichten könnte Börsengänge attraktiver machen und zu mehr langfristigem Denken in Unternehmen führen. Wichtig ist jedoch, dass dabei ein ausreichendes Maß an Transparenz gewahrt bleibt. Die Bedürfnisse können dabei von Branche zu Branche unterschiedlich sein.

    Bei Versicherern oder Industriekonzernen mit Investitionszyklen von 20 bis 30 Jahren wäre es akzeptabel, wenn diese nicht mehr alle drei Monate Zahlen vorlegen. Bei schwer greifbaren Geschäften wie dem Banking oder schwer durchschaubaren Konzernen wie Wirecard ist eine enger getaktete Berichterstattung dagegen sinnvoll.

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