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Kommentar Die Deckelung von Managergehältern ist ein Warnsignal an die Wirtschaft

Die Regierungskoalition erhöht den Druck, die Gehälter der Manager zu deckeln – und zeigt, dass sie auch anders kann.
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Managergehälter können künftig gedeckelt werden. Quelle: Getty Images
Euro-Zeichen

Managergehälter können künftig gedeckelt werden.

(Foto: Getty Images)

Nach langem Ringen hat die Koalition aus Union und SPD jetzt einen Kompromiss in Sachen Managergehälter gefunden. Zum wiederholten Mal hat sich die Politik die Vergütung der Vorstände vorgenommen – mit dem Ziel, Exzesse endgültig zu unterbinden. Im Wesentlichen läuft es darauf hinaus, dass Aufsichtsräte dazu verpflichtet werden, Deckel für Vorstandsvergütungen festzulegen.

Der Laie freut sich, der Fachmann reibt sich verwundert die Augen. Die meisten kapitalmarktorientierten Unternehmen dürften sich inzwischen der guten Praxis angeschlossen haben, Zielwerte für die Vergütung der Vorstandsmitglieder zu benennen.

Sie geben Auskunft darüber, was ein Manager maximal für ein Geschäftsjahr bekommen kann – wenn alles ideal läuft. Das könnte man auch Deckel nennen, dann wäre es vielleicht klarer, was gemeint ist. Denn nicht jeder Aktionär oder Interessierte ist Vergütungsexperte und in der Lage, das Fachlatein in den Geschäftsberichten richtig zu interpretieren.

Insofern ist die geplante Gesetzesänderung aber auch eine Präzisierung, was die Politik und damit auch die Gesellschaft erwarten: nämlich verständliche Aussagen und Informationen über die Vergütung der Manager.

Und: Es ist auch noch etwas anderes, ob sich rechnerisch irgendwelche Zielwerte ergeben, die je nach Ausgestaltung der Variablen auch mal schwanken können. Oder ob ein Aufsichtsrat sagen muss: Bei zehn Millionen ist Schluss, egal wie gut die Geschäfte laufen.

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Die Koalition plant allerdings, noch ein Schmankerl in das Aktienrecht zu schreiben. Hauptversammlungen sollen danach das Recht haben, Vergütungspläne nicht nur – unverbindlich – zu billigen, sondern den vom Aufsichtsrat vorgeschlagenen Gehaltsdeckel – verbindlich – zu senken.

Politisch lässt sich das als Beitrag zu mehr Aktionärsdemokratie verkaufen. Faktisch ist es ein Fremdkörper im deutschen Governance-System. Aber es ist vor allem ein deutliches Warnsignal der Politik an die Wirtschaft: Wir können auch anders!

Mehr: Union und SPD haben Maßnahmen auf den Weg gebracht, um Gehaltsexzesse bei Top-Managern zu stoppen. Obwohl Aufsichtsräte große Freiheiten behalten, stößt das Vorhaben auf Kritik.

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