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Kommentar Die Deutsche Bahn sollte ihre Kundenportale für die Konkurrenz öffnen

Ein integriertes Mobilitätsportal, das die Bahnangebote mit denen anderer Unternehmen verbindet, würde mehr Menschen auf die Schiene bringen.
13.09.2020 - 19:02 Uhr Kommentieren
Konkurrenzunternehmen möchten in die Verbindungsplanung aufgenommen werden. Quelle: dpa
DB-Navigator auf dem Handy

Konkurrenzunternehmen möchten in die Verbindungsplanung aufgenommen werden.

(Foto: dpa)

Die Bundesregierung will eine nationale Mobilitätsplattform. Was die Politiker in Berlin etwas sperrig „Datenraum Mobilität“ nennen, soll Automobilwirtschaft, öffentliche Verkehrsunternehmen und private Mobilitätsanbieter zusammenbinden. Ziel ist es, aus ihren Daten etwas Neues zu schaffen.

Diesen Plan hatte die Regierung am vergangenen Dienstag der Autobranche präsentiert. Zuvor hat sie es aber offenbar versäumt, sich beim größten deutschen Verkehrskonzern dazu kundig zu machen. Die Deutsche Bahn, immerhin ein Bundesunternehmen, hätte den Beamten und Politikern sicherlich erklärt, dass kein Unternehmen freiwillig mal eben relevante Daten in eine Cloud stellt, auf dass wer auch immer etwas Neues daraus kreiert.

Der Staatskonzern DB kennt sich bei diesem Thema gut aus. Immer lauter werden Forderungen von anderen Bahnunternehmen, aber auch von Reiseplattformen, die Bahn solle alle Daten, die auf der Buchungswebsite bahn.de oder im DB-Navigator hinterlegt sind, freigeben. Also Daten über die Auslastung von Zügen oder Informationen über deren Pünktlichkeit. Konkurrenten wie Flixtrain verlangen zudem, mit ihren Angeboten in Website und Navigator aufgenommen zu werden und vor allem auch direkt buchbar zu sein.

Inzwischen haben die Bahnkritiker sogar EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager eingeschaltet. Die soll die milliardenschweren Finanzspritzen des Staates für die Deutsche Bahn nur unter Auflagen freigeben - etwa die Öffnung des DB-Navigators. Ein wichtiges Argument der Beschwerdeführer: Die Bahn hat mit ihrer Website und der App aus Steuergeldern ein Quasimonopol für Bahnreisen in Deutschland aufgebaut und ist deshalb eigentlich der klassische Fall für Open Data.

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    Die Bahn lehnt das ab. Warum sollte sie ihre Vertriebsplattform Konkurrenten zur Verfügung stellen, warum sollte sie sich den Verkauf ihrer eigenen Transportleistung von anderen wegnehmen lassen? Verständlich. Lufthansa verkauft schließlich auch keine Tickets von Air France.

    Doch die betriebswirtschaftliche Sicht des Staatskonzerns Deutsche Bahn ist möglicherweise die falsche. Natürlich werden Flixtrain und Buchungsplattformen dem Staatsunternehmen auch Geschäft wegnehmen. Aber wahrscheinlicher ist es, dass ein vereinfachtes Buchen von Bahnreisen inklusive Anschluss an andere Verkehrsmittel wie Stadtbusse, Sharingdienste oder E-Scooter mehr Kunden auf die Schiene lockt, als wenn jeder allein seine Geschäfte betreibt. Der Pkw-Boom ist zu einem großen Teil dadurch zu erklären, dass die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel viel zu kompliziert ist und die Angebote nicht vernünftig aufeinander abgestimmt sind.

    Die Angst der Bahnmanager vor dem Verlust ihrer Daten-, vor allem aber der Kundenhoheit ist verständlich. Aber andere Länder zeigen, dass Staatsbahn-Apps durchaus als Nationale Mobilitäts-App taugen. Da muss sich die Deutsche Bahn einfach mal was trauen.

    Mehr: Milliarden für die Bahn - aber nur unter Auflagen.

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