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Kommentar Die Deutsche Bank hat ein Glaubwürdigkeitsproblem

Der Ausverkauf der Deutsche-Bank-Aktie nach den jüngsten Geldwäsche-Enthüllungen zeigt: Das Vertrauen in die Bank ist fragil, sie darf sich keinen Patzer mehr leisten.
21.09.2020 - 16:51 Uhr Kommentieren
Christian Sewing wird Respekt dafür gezollt, mit welcher Konsequenz er den Sparkurs durchdrückt. Quelle: AFP
Deutsche Bank

Christian Sewing wird Respekt dafür gezollt, mit welcher Konsequenz er den Sparkurs durchdrückt.

(Foto: AFP)

Für die Deutsche Bank war es kein guter Start in die Woche. Seit Jahren gelobt das Geldhaus Besserung und investiert in seine internen Kontrollmechanismen, um neue Skandale und teure Strafen zu verhindern und das Schmuddel-Image abzustreifen.

Und dann das: Berichte über Geldwäsche-Verfehlungen in der Vergangenheit, die eigentlich als längst abgeschlossen gelten, machen die Anleger derart nervös, dass die Deutsche-Bank-Aktie um bis zu acht Prozent abstürzt. Das belegt, wie fragil das Vertrauen in das Institut ist. Und es zeigt, wie viel Arbeit Vorstandschef Christian Sewing noch vor sich hat.

Seit zweieinhalb Jahren steht er nun an der Spitze und hat sich ohne Frage einen Namen als Aufräumer und Sanierer gemacht. Aufseher und Investoren loben unisono die Fortschritte, die die Deutsche Bank unter ihm zeigt: Die Kosten werden endlich nachhaltig gesenkt, verbliebene Rechtsstreitigkeiten aus dem Weg geräumt, Risiken in der Bilanz abgebaut.

Selbst intern wird Sewing Respekt dafür gezollt, mit welcher Konsequenz er den Sparkurs durchdrückt – auch wenn der Kurs Tausende Jobs kostet und vermutlich richtig wehtut. Denn mit der Rosskur ist auch das Eingeständnis verbunden, dass das frühere Streben nach Größe um jeden Preis nichts anderes war als ein gefährlicher Irrweg.

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    Aber nur weil die Deutsche Bank unter Sewing auf dem Boden der Tatsachen angekommen ist, heißt das noch lange nicht, dass jetzt alles gut ist. Die leidgeprüften Anleger sind extrem sensibel. Sobald nur ansatzweise der Eindruck entsteht, dass alte Probleme wieder hochkochen oder gar dieselben Fehler noch einmal gemacht werden, nehmen sie Reißaus.

    Das dürfte auch daran liegen, dass das Geldhaus noch immer keine nennenswerten Reserven hat. Jede hohe Strafzahlung geht direkt an die Substanz. Wer Deutsche-Bank-Aktien hält, braucht also weiter starke Nerven.

    Was kann die Bank jetzt tun? Sie sollte die Vorwürfe, die im Zusammenhang mit den „FinCEN-Files“ gemacht werden, nicht einfach als historisch herunterspielen und zum Tagesgeschäft übergehen. Sie sollte stattdessen in die Offensive gehen und transparent machen, wo sie bei der Verbesserung ihrer Geldwäsche-Kontrollen genau steht und wo es noch hakt. Und Sewing sollte sich nicht hinter dem Argument verstecken, das Russland-Thema sei 2014 – als er noch globaler Leiter der Konzernrevision war – zwei Ebenen unter ihm aufgehängt gewesen.

    Er sollte stattdessen dafür sorgen, dass in Zukunft bei eventuell ähnlich gelagerten Fällen auf genau diesen unteren Ebenen die Alarmglocken läuten. Denn dort fängt eine effektive Kontrolle überhaupt erst an. Die Deutsche Bank hat schon zu viel Vertrauen verspielt, als dass sie sich weitere Fehltritte leisten kann.

    Mehr: Die Geldwäsche-Enthüllungen und die Rolle der Deutschen Bank.

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