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Kommentar Die Deutsche Bank muss Talente mit Visionen statt Boni locken

Die Kürzung der Prämien ist keine große Sache für die Deutsche Bank. Die wirklichen Probleme des leidgeprüften Instituts liegen sehr viel tiefer.
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Die Deutsche Bank fürchtet, dass Mitarbeiter wegen der Bonikürzung das Unternehmen verlassen. Quelle: Reuters
Abwanderungswillig

Die Deutsche Bank fürchtet, dass Mitarbeiter wegen der Bonikürzung das Unternehmen verlassen.

(Foto: Reuters)

Anfang dieser Woche sickerte durch, dass die Deutsche Bank die Prämien für ihre Mitarbeiter für 2018 wohl um deutlich mehr als zehn Prozent zusammenstreichen wird. Das dürfte für die Banker wahrscheinlich genauso überraschend kommen wie die Tatsache, dass der Dreikönigstag in diesem Jahr wieder auf den 6. Januar gefallen ist.

Angesichts des Sparkurses von Vorstandschef Christian Sewing, der ungebremsten Erosion der Erträge und des katastrophalen Absturzes an der Börse wäre alles andere als ein kleinerer Bonitopf ein verspätetes Weihnachtswunder für die Deutsch-Banker.

Der Schock dürfte sich also in Grenzen halten, zumal die Bank die Prämien deutlich stärker differenzieren will. Banker, die trotz der vielen Widrigkeiten im vergangenen Jahr ordentlich Geld für ihren Arbeitgeber verdient haben, dürfen sich also trotz Sewings Sparprogramm auf eine hübsche Sonderleistung freuen.

Sanierung braucht Zeit

Die Nachricht von den sinkenden Boni ist also keine neue Negativsensation für die leidgeprüfte Bank. Die tiefer liegenden Probleme aber werden sichtbar, wenn man sich in diesen Tagen mit Personalberatern unterhält. Die berichten, dass die Deutsche Bank nicht erst seit gestern, sondern bereits seit Jahren wertvolle Talente verliert und dass es für viele Banker gar nicht mehr ums Geld geht, sondern um den Glauben an ihren Arbeitgeber.

Es mag abgeschmackt klingen, aber Vorstandschef Sewing muss seine Topleute rund um den Globus davon überzeugen, dass er eine Vision für die Bank hat – und dass er diese Vision auch realisieren kann. Er muss seinen Spitzenkräften aufzeigen, warum es sich lohnt, seinen Sanierungskurs mitzugehen, statt bei einem der gesünderen Konkurrenten durchzustarten.

Ein Haken dabei: Die Sanierung eines Finanzriesen wie der Deutschen Bank braucht sehr viel Zeit. Man kann eine derart große Bilanz nicht in ein paar Quartalen aufräumen. Und das könnte selbst für abgebrühte Investmentbanker eine etwas zu langfristige Wette sein.

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