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Kommentar Die Deutsche Bank sollte sich vor europäischen Abenteuern erst mal konsolidieren

Deutschlands Banken haben einen großen Nachholbedarf in Sachen nationaler Konsolidierung. Eine inländische Fusion wäre daher die beste Lösung.
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Ein Fusion der beiden Banken wäre sowohl betriebswirtschaftlich als volkswirtschaftlich ein Vorteil. Quelle: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt
Frankfurter Skyline mit Commerzbank und Deutscher Bank

Ein Fusion der beiden Banken wäre sowohl betriebswirtschaftlich als volkswirtschaftlich ein Vorteil.

(Foto: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt)

Wenn es eine Auszeichnung für die abgedroschensten Klischees der Wirtschaftswelt gäbe, dann würde die Debatte über die geplante Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank eine Reihe von Preisträgern hervorbringen. Von „zwei Kranken, die keinen Gesunden ergeben“ ist da ständig die Rede und davon, dass inländische Fusionen wenig Mehrwert schaffen würden.

Ein Zusammenschluss von Deutscher Bank oder Commerzbank mit einem ausländischen Spieler wie Unicredit, ING oder BNP Paribas wäre dagegen „komplementär“ und würde zu Wachstum verhelfen.

So weit, so simpel. Ein Blick in die Historie zeigt aber, dass die Realität komplexer ist – und Deutschland großen Nachholbedarf in Sachen nationaler Konsolidierung hat.

Rund um uns herum haben sich die Banken in den vergangenen Dekaden durch Fusionen sehr erfolgreich zu nationalen Champions aufgeschwungen. Die größte Bank Kontinentaleuropas, BNP Paribas, entstand vor fast 20 Jahren durch einen heimischen Merger.

Und Italiens Unicredit wurde ebenfalls kurz vor der Jahrtausendwende durch gleich mehrere Zusammenschlüsse aus der Taufe gehoben. Oft erst Jahre nach diesen effizienzsteigernden Schritten haben Banken wie Unicredit, BNP oder Spaniens Santander die europäische Expansion forciert.

Genau dieser Weg wäre auch für die Deutsche Bank der richtige – betriebswirtschaftlich ebenso wie volkswirtschaftlich. Schließlich beheimatet Deutschland mit 1632 Banken mehr Geldhäuser als Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien zusammen, und die größten Kreditinstitute haben bislang einen zu mickrigen Marktanteil. Die Folge: viel zu ineffiziente und kaum profitable Großbanken.

Für die digitale Revolution des Bankgewerbes, die ohnehin viele Stellen (und auch einige Geldhäuser) überflüssig machen wird, sind die Großbanken so nicht gerüstet. Und bevor eine Deutsche Bank über europäische Abenteuer nachdenken kann, sollte sie erst ihre Hausaufgaben im Heimatmarkt machen.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Die Deutsche Bank sollte sich vor europäischen Abenteuern erst mal konsolidieren"

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  • Sehr geehrter Herr Schäfer,

    was macht denn Ihr Gedächtnis? Haben Sie aus der Erinnerung verloren, dass sich die Deutsche Bank vor rund 10 Jahren die Postbank einverleibt hat. Dei Deutsche Bank hat somit schon längst einen Fusionspartner. Dieser Partner ist die mit Abstand größte Filialbank Deutschlands. Mit ihm zusammen beträchtliche Synergien zu heben, sollte eigentlich eine der leichteren Aufgaben sein. Leider habe ich aber in Erinnerung, dass die Deutsche Bank dies über lange Jahre überhaupt nicht wollte sondern stattdessen mit einem Wiederverkauf der Postbank liebäugelte.

    Weiterhin gibt es große Zweifel, ob die Deutsche Bank zu einem Zusammenschluß mit einer beliebigen anderen Bank im Sinne einer "Verschmelzung gleichberechtigter Partner" überhaupt bereit ist. Die Herren träumen wahrscheinlich davon, ihre eigene Souveränität voll zu bewahren und nach dem Modell einer Besatzungsmacht nur Statthalter in das Übernahmeobjekt zu schicken. Dass sich mit diesem Modell keine Synergien heben lassen, versteht sich von selbst.