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Kommentar Die Deutsche Bank tritt bei ihrer Personalpolitik zu oft ins Fettnäpfchen

Die Deutsche Bank stellte einen IT-Leiter ein, der wegen Problemen mit dem Gesetz gefeuert wurde, obwohl sie davon wusste. Dieses Vorgehen ist peinlich.
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Das Geldhaus trifft immer wieder merkwürdige Personalentscheidungen. Quelle: Reuters
Deutsche Bank

Das Geldhaus trifft immer wieder merkwürdige Personalentscheidungen.

(Foto: Reuters)

Wenn bei der Deutschen Bank wieder mal der Fahnder klingelt, der Richter ein ungnädiges Urteil fällt oder der Bankenaufseher einen Aufpasser vorbeischickt, dann schiebt die Bank das gerne auf ihre zwar unrühmliche, aber doch ferne Vergangenheit. Alles passé, Lektion gelernt, wird nicht wieder vorkommen, heißt es dann gerne. Doch solchen Worten lässt sich schwer glauben, solange die Bank in ihrer Personalpolitik jedes Fingerspitzengefühl vermissen lässt.

Jüngstes Beispiel ist der im September installierte neue Leiter Informationstechnik für das deutsche Privatkundengeschäft. Dieser Manager wurde vor gut einem Jahr von seinem vorherigen Arbeitgeber gefeuert, nachdem eine Sonderprüfung zeigte, dass er gesetzeswidrig Aufträge ohne Ausschreibung vergeben hatte. Die Bank wusste nach eigenen Worten davon, stellte den Manager aber dennoch ein. Kompetenz schlug Reputation.

Das sind schon bemerkenswerte Prioritäten für ein Institut, das sein Image erst gründlich selbst demoliert hat und nun für seine Rehabilitation kämpft. Zumal der IT-Leiter ja kein Einzelfall ist. Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass ein Manager, der vor Jahren gegen den Widerstand der Compliance-Abteilung einen dubiosen Berater in China einstellte, danach noch Verwaltungschef der Compliance-Abteilung werden konnte.

In beiden Fällen haben sich die direkten Vorgesetzten für die Einstellung beziehungsweise die Beförderung eingesetzt. Dass sich die Personalabteilung aber in solch vornehmer Zurückhaltung übte, lässt sich dennoch schwer erklären. Immerhin war Karl von Rohr, bis vor Kurzem noch Personalchef der Bank, sowie Mitglied im globalen Komitee für Reputationsrisiken.

Gerade die Besetzung von Führungspositionen signalisiert, welche Prioritäten ein Unternehmen bei seinen Mitarbeitern setzt. Wenn der Eindruck entsteht, dass Reputation nur ein zweitklassiges Kriterium sein soll, ist das ein fatales Signal – nach innen wie nach außen.

Mehr: Die Deutsche Bank baut ihren Vorstand um. Ein früherer Spitzenathlet wird neuer Personalchef, und ein Veteran soll den Umbau leiten. Auf beide wartet viel Arbeit.

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