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Kommentar Die deutschen Konzerne brauchen ein Quantum Mut

Die Gründung des Quantenkonsortiums deutscher Großkonzerne ist der richtige Schritt – geht aber nicht weit genug. Sie sollten den Bau eines Quantencomputers wagen.
14.06.2021 - 15:15 Uhr Kommentieren
Deutschlands Großkonzerne sollten nicht nur Algorithmen für Quantencomputer entwickeln, sondern auch eigene Rechner bauen. Quelle: IBM
Quantencomputer

Deutschlands Großkonzerne sollten nicht nur Algorithmen für Quantencomputer entwickeln, sondern auch eigene Rechner bauen.

(Foto: IBM)

Deutschlands Großkonzerne haben die Quantencomputer-Entwicklung lange verschlafen. Die Gründung von Qutac – dem Quantenkonsortium von Volkswagen, Bosch, Infineon, SAP, Siemens und Co. – war daher lange überfällig.

Bezeichnend ist allerdings, dass Kanzlerin Angela Merkel den Anstoß dazu geben musste. Wenn es um tiefgreifende technologische Innovationen geht, muss die deutsche Industrie viel zu oft von der Konkurrenz, meist aus den USA, dazu getrieben oder vom Staat ermuntert werden.

Während das Fraunhofer-Institut am Dienstag mithilfe von IBM den ersten Quantencomputer in Deutschland in Betrieb nehmen wird, gehen die Dax-Konzerne und Stiftungsunternehmen beim Thema Quantencomputing nur die Meter, die sie gehen müssen. Sie beschränken sich auf die Entwicklung von Algorithmen für einen Quantencomputer, statt selbst einen zu bauen. Das ist billiger – und mutlos.

Selbst ein Verbund von Forschungseinrichtungen, Start-ups und Mittelständlern ist da ambitionierter. Open SuperQ, koordiniert vom Forschungszentrum Jülich, wird noch in diesem Jahr die erste Ausbaustufe eines Quantencomputers an den Start bringen. Dass Großkonzerne aus Deutschland nicht dazu in der Lage sein sollen, was ein paar Forscher und Mittelständler schaffen, ist unwahrscheinlich.

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    „Nicht unser Kerngeschäft“, lautet meistens die Erklärung. Doch wessen Kerngeschäft soll das bitte sein? Als Google, IBM und Microsoft begannen, eigene Quantencomputer zu bauen, war das für sie genauso Neuland wie jetzt für die Telekom, SAP, Siemens, Bosch oder Infineon.

    Quantencomputer sind teuer, Investitionen riskant – doch das Potenzial ist schier unendlich

    Allein die fünf genannten deutschen Konzerne wären in der Lage, gemeinsam einen Quantencomputer zu bauen. So eine Investition ist riskant, keine Frage. Keiner kann voraussagen, wann sie sich rechnet. Und auch der Kompetenzstreit zwischen Forschungs- und Wirtschaftsministerium über das Quantencomputer-Förderprogramm war nicht hilfreich. Doch das darf kein Grund sein, sich aus der ganzheitlichen Entwicklung eines Quantencomputers rauszuhalten.

    Grafik

    Hier geht es nicht um die schnelle Entwicklung irgendeiner App, die Probleme löst, die es vorher nicht gab. Für den Bau eines Quantencomputers muss komplexe Wissenschaft in eine Hardware und in Algorithmen übersetzt werden. Ein wirklicher technologischer Durchbruch, der viel Zeit und Geld kostet.

    Am Ende aber könnte ein Rechner entstehen, der völlig neue Möglichkeiten in der Logistik, der Materialwissenschaft, der Künstlichen Intelligenz und der Kryptografie eröffnet. Es ist eine Chance, die das Risiko wert ist, sich aus seinem Kerngeschäft herauszuwagen.

    Mehr: Quanten-Bündnis Qutac: Die Idee kam von der Kanzlerin – zahlreiche Dax-Konzerne sind dabei

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