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Kommentar Die deutschen Messen müssen den Märkten folgen

Immer mehr Veranstalter expandieren im Ausland. Aus der einstigen Notlösung ist ein Hoffnungsträger geworden. Doch die Konkurrenz ist stark.
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Die Cebit will künftig im Ausland durchstarten. Quelle: dpa
Messe CeBIT

Die Cebit will künftig im Ausland durchstarten.

(Foto: dpa)

Für die legendäre Cebit in Hannover, einst Weltleitmesse für Digitales, kam nach erfolglosem Neustart kürzlich das Aus. Trotz dieser Hiobsbotschaft machten die deutschen Messegesellschaften im Jahr 2018 Rekordumsätze. Denn Wachstumstreiber sind Veranstaltungen im Ausland. In Deutschland, dem Mutterland der Messen, gab es etwas mehr Aussteller, aber weniger Besucher.

Das so erfolgreiche Auslandsgeschäft war einst aus der Not geboren worden. Die Interstoff in Frankfurt wurde im Jahr 2000 beerdigt. Denn die Textilbranche war nach Asien abgewandert. Gut, dass die Frankfurter 1987 mit der Interstoff Asia einen Ableger gepflanzt hatten.

Heute gilt die Messe Frankfurt als weltweiter Marktführer für Textilmessen. Die Hessen machen inzwischen 42 Prozent ihres Geschäfts im Ausland, da sind sie hierzulande Vorreiter. Anfangs waren Eigner der Messegesellschaften – Land und/oder Kommunen – skeptisch. Sie wollten keine Steuergelder mit Auslandsabenteuern verschwenden.

Doch hat sie der Erfolg inzwischen überzeugt. Viele hatten zudem Angst, dass Messeklone im Ausland die Messe in der Heimat kannibalisieren. Das Gegenteil ist der Fall: Wer als Aussteller auf der Automechanika in Buenos Aires oder der Ispo in Peking war, geht oft nach Frankfurt oder München. Messen im Ausland stabilisieren so die Muttermesse. Die Strandortdiversifizierung weltweit macht deutsche Messen zudem resistenter gegen Krisen.

Die Deutschen veranstalten zwar 60 Prozent der Weltleitmessen, haben aber nur zehn Prozent Anteil am globalen Messemarkt. Da ist Potenzial.

Die Konkurrenz ist stark, die börsennotierten Weltmarktführer Informa und Reed sind finanzkräftig. Anders als die Deutschen sind sie reine Veranstalter, müssen kein eigenes Gelände instandhalten.

Trotzdem gibt es keine Alternative. Messen müssen den Märkten folgen. Die Cebit übrigens ist auch noch nicht ganz tot. Die Marke soll in Moskau, Bangkok und Sydney weiterleben, vielleicht so vital wie die Interstoff.

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